Jugend im Zeitalter der Leistungsdrücker
(Rubrik: Lernlust_und_Bildung)
Posting war als Kommentar zum Emsdetten-Posting bei «Rainer sacht» geplant, war aber zu groß für die Kommentarbox (Nachtrag:) wegen der enthaltenen Hyperlinks wartend auf Freigabe, daher erscheint er hier. Bitte erst obiges Posting bei Rainer lesen, dann hier weiter.
Bin eben durch den oben verlinkten SPON-Artikel, die netzeitung und Tagesschau online getobt.
Du hast verdammt noch mal mehr als recht. Du hast es auf den Punkt gebracht, den sozialen und menschlichen nämlich. Die oben genannten Medien reiten auf dem Geschehen und vor allem auf dem Computergeballere nebst nachgespielter Wirklichkeit herum. Ich sehe das ähnlich wie Du als gemeinsame Nebenerscheinung, aber nicht auslösende Ursache. Wer aus allen sozialen Rahmen fällt, fällt in die Hände der Medienindustriellen, ohne das es groß auffällt.
Was mir nach meiner oben genannten Lektüre auffiel, war die häufige Nennung des Wörtchens "Bayern". Die netzeitung hat sich mal die Mühe gemacht, Amokläufe von Schülern in zeitlicher Reihenfolge darzustellen, wobei laut der Liste die meisten in Bayern (3x) passiert sind. Gleichzeitig erwähnte eine Kriminalpsychologe im tagesschau.de-Interview, daß Bayern "Sicherheitsanalysen an Schulen und öffentlichen Gebäuden erstellt (hat)."
Ich spekuliere mal wild drauf los. Kann es sein, daß der Leistungsdruck an bayerischen Schulen viele kleine wandelnde Pulverfässer erzeugt hat, was den Damen und Herren Verantwortlichen schon länger bewußt ist? Warum allerdings verändern sie nicht die schulischen Rahmenbedingungen, sondern verschanzen sich wieder hinter Analysen und Plänen? Weil sie dann zugeben müßten, daß sie die jugendlichen Gehirne einfach an die Wand gefahren haben mit der bekloppten Superleistungsdenke?
Der bereits zitierte Kriminalpsychologe wies auch darauf hin, daß es einen "hohen Anteil an Gymnasiasten oder zumindest Jugendlichen mit höherer Schulbildung unter den Tätern (gebe)". Das sind also nicht die bereits heute gebrandmarkten Verlierer Marke PISA, sondern die künftigen "Leistungsträger", die mit der in sie hineinprojezierten Rolle nicht klar kommen. Sehr viele werden eher depri, sehr wenige schießen um sich.
Die sozialen Netze brechen immer mehr weg: Eltern arbeiten sich angesichts von Millionen von Arbeitslosen lieber kaputt, anstatt für ihre Kinder da zu sein. Lehrer halten die Fassade einer Bildungsgesellschaft eher schlecht als recht aufrecht und entlassen sehr unfertige Menschen in die Arbeitswelt. Der Staat kürzt seine Leistungen an allen Ecken und Enden, weil angeblich kein Geld mehr da sei. Wo soll da noch ein Gefühl von Sicherheit für den Einzelnen aufkommen? Gleichzeitig feiern die Luxuswaren-Branchen einen Umsatzrekord nach dem anderen. Wo kommt denn dort auf einmal das viele Geld her?
Mich wundert eher, daß es nicht noch viel mehr Amokläufer gibt. Man will uns alles nehmen, weil es angeblich nicht mehr anders geht. Schämt Euch, ihr Lügner.
Bin eben durch den oben verlinkten SPON-Artikel, die netzeitung und Tagesschau online getobt.
Du hast verdammt noch mal mehr als recht. Du hast es auf den Punkt gebracht, den sozialen und menschlichen nämlich. Die oben genannten Medien reiten auf dem Geschehen und vor allem auf dem Computergeballere nebst nachgespielter Wirklichkeit herum. Ich sehe das ähnlich wie Du als gemeinsame Nebenerscheinung, aber nicht auslösende Ursache. Wer aus allen sozialen Rahmen fällt, fällt in die Hände der Medienindustriellen, ohne das es groß auffällt.
Was mir nach meiner oben genannten Lektüre auffiel, war die häufige Nennung des Wörtchens "Bayern". Die netzeitung hat sich mal die Mühe gemacht, Amokläufe von Schülern in zeitlicher Reihenfolge darzustellen, wobei laut der Liste die meisten in Bayern (3x) passiert sind. Gleichzeitig erwähnte eine Kriminalpsychologe im tagesschau.de-Interview, daß Bayern "Sicherheitsanalysen an Schulen und öffentlichen Gebäuden erstellt (hat)."
Ich spekuliere mal wild drauf los. Kann es sein, daß der Leistungsdruck an bayerischen Schulen viele kleine wandelnde Pulverfässer erzeugt hat, was den Damen und Herren Verantwortlichen schon länger bewußt ist? Warum allerdings verändern sie nicht die schulischen Rahmenbedingungen, sondern verschanzen sich wieder hinter Analysen und Plänen? Weil sie dann zugeben müßten, daß sie die jugendlichen Gehirne einfach an die Wand gefahren haben mit der bekloppten Superleistungsdenke?
Der bereits zitierte Kriminalpsychologe wies auch darauf hin, daß es einen "hohen Anteil an Gymnasiasten oder zumindest Jugendlichen mit höherer Schulbildung unter den Tätern (gebe)". Das sind also nicht die bereits heute gebrandmarkten Verlierer Marke PISA, sondern die künftigen "Leistungsträger", die mit der in sie hineinprojezierten Rolle nicht klar kommen. Sehr viele werden eher depri, sehr wenige schießen um sich.
Die sozialen Netze brechen immer mehr weg: Eltern arbeiten sich angesichts von Millionen von Arbeitslosen lieber kaputt, anstatt für ihre Kinder da zu sein. Lehrer halten die Fassade einer Bildungsgesellschaft eher schlecht als recht aufrecht und entlassen sehr unfertige Menschen in die Arbeitswelt. Der Staat kürzt seine Leistungen an allen Ecken und Enden, weil angeblich kein Geld mehr da sei. Wo soll da noch ein Gefühl von Sicherheit für den Einzelnen aufkommen? Gleichzeitig feiern die Luxuswaren-Branchen einen Umsatzrekord nach dem anderen. Wo kommt denn dort auf einmal das viele Geld her?
Mich wundert eher, daß es nicht noch viel mehr Amokläufer gibt. Man will uns alles nehmen, weil es angeblich nicht mehr anders geht. Schämt Euch, ihr Lügner.
Macsico - Mo, 20. Nov 2006, 23:54 - in: Lernlust_und_Bildung
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