Journalisten oft zu unkritisch über INSM
(Rubrik: Lobbyismus_und_Verfilzung)
Berücksichtigt man, dass die Berichterstattung überwiegend undifferenziert war und keine alternativen Informationen enthielt, bedeutet dies: Die Redaktionen übernahmen eine Vielzahl der von der Initiative bereitgestellten Studien- und Umfrageergebnisse ungeprüft.
Unzureichende Recherche
In nur siebzehn Beiträgen (12,8 Prozent) der untersuchten Berichterstattung basierten die Artikel ausschließlich auf eigenen redaktionellen Recherchen. Insgesamt gelang es der INSM, 59 Beiträge (44,3 Prozent) durch gezielte PR-Aktivitäten inhaltlich zu induzieren. Zusätzliche Recherchen der Redaktion waren in diesen Fällen nicht erkennbar.
In 17 weiteren Fällen ist es wahrscheinlich, dass die Berichterstattung allein auf Aktivitäten der INSM zurückzuführen ist. Dies betraf vor allem Gastbeiträge der INSM-Botschafter, deren Verfasser nicht immer explizit als Vertreter der Initiative kenntlich gemacht wurden. Die ersichtlich thematische Nähe lässt den Schluss zu, dass die INSM die Beiträge in den Medien platziert hat. In insgesamt 76 Fällen zogen die Redaktionen neben den PR-Angeboten der Initiative keine weiteren Quellen heran. Dies entspricht einer Induktionsquote von 57,1 Prozent. Die INSM war also überwiegend Gegenstand einer von ihr selbst gesteuerten Medienberichterstattung (Quelle: MESSAGE - PR-Journalismus: Die Kampagne der "Visionäre")
Da haben wir sie ja wieder, unsere Lobbyisten-Freunde von der INSM. Die oben zitierte Studie von Christian Nürnbergk (Universität Münster) beschäftigt sich mit der Medienberichterstattung zwischen September 2003 und April 2004 anhand von 137 Presseartikeln und 23 Pressemitteilungen der INSM.
Der für mich wichtige Punkt daran ist, daß viele der untersuchten Medien einen hohen Selbstanspruch bezüglich ihrer Recherche- und Berichtsfähigkeiten verkünden, dem sie selbst aber nicht gerecht werden. Wenn sich vor allem die Wirtschaftspresse und die eher konservativen Medien (Einteilung gemäß Nürnbergk) derartig von einer PR-Agentur der Arbeitgeberseite "füttern" lassen, sorgt das nicht gerade für Vertrauen in die restliche Publikationstätigkeit.
So wird das nix mit der Vierten Gewalt, meine Herren. Vertrauensbonus mehr oder minder verspielt - der muss wieder hergestellt werden.
(via LobbyControl)
Weitere INSM-Artikel in diesem Blog:
(in zeitlich umgekehrter Reihenfolge)
Unzureichende Recherche
In nur siebzehn Beiträgen (12,8 Prozent) der untersuchten Berichterstattung basierten die Artikel ausschließlich auf eigenen redaktionellen Recherchen. Insgesamt gelang es der INSM, 59 Beiträge (44,3 Prozent) durch gezielte PR-Aktivitäten inhaltlich zu induzieren. Zusätzliche Recherchen der Redaktion waren in diesen Fällen nicht erkennbar.
In 17 weiteren Fällen ist es wahrscheinlich, dass die Berichterstattung allein auf Aktivitäten der INSM zurückzuführen ist. Dies betraf vor allem Gastbeiträge der INSM-Botschafter, deren Verfasser nicht immer explizit als Vertreter der Initiative kenntlich gemacht wurden. Die ersichtlich thematische Nähe lässt den Schluss zu, dass die INSM die Beiträge in den Medien platziert hat. In insgesamt 76 Fällen zogen die Redaktionen neben den PR-Angeboten der Initiative keine weiteren Quellen heran. Dies entspricht einer Induktionsquote von 57,1 Prozent. Die INSM war also überwiegend Gegenstand einer von ihr selbst gesteuerten Medienberichterstattung (Quelle: MESSAGE - PR-Journalismus: Die Kampagne der "Visionäre")
Da haben wir sie ja wieder, unsere Lobbyisten-Freunde von der INSM. Die oben zitierte Studie von Christian Nürnbergk (Universität Münster) beschäftigt sich mit der Medienberichterstattung zwischen September 2003 und April 2004 anhand von 137 Presseartikeln und 23 Pressemitteilungen der INSM.
Der für mich wichtige Punkt daran ist, daß viele der untersuchten Medien einen hohen Selbstanspruch bezüglich ihrer Recherche- und Berichtsfähigkeiten verkünden, dem sie selbst aber nicht gerecht werden. Wenn sich vor allem die Wirtschaftspresse und die eher konservativen Medien (Einteilung gemäß Nürnbergk) derartig von einer PR-Agentur der Arbeitgeberseite "füttern" lassen, sorgt das nicht gerade für Vertrauen in die restliche Publikationstätigkeit.
So wird das nix mit der Vierten Gewalt, meine Herren. Vertrauensbonus mehr oder minder verspielt - der muss wieder hergestellt werden.
(via LobbyControl)
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Macsico - So, 23. Apr 2006, 09:53 - in: Lobbyismus_und_Verfilzung
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Kommentar vom anonymen Nickname "unionsbuerger"
Das werte ich als Spam, der a) weder einen Kommentar darstellt noch b) inhaltlich einen Bezug zu diesem Artikel hat.