nachgedacht - über Kinder & Medien
(Rubrik: Ideen_fuer_eine_Zukunft)
Da komme ich gerade her:
Die Vortragsveranstaltung zeigt am Beispiel zahlreicher aktueller Kinderangebote und anhand verschiedener Studien, wie die Medienforschung diesen Gegenstandsbereich bearbeitet und damit Aufschluss über die kommunikativen Grundlagen von Kultur und Gesellschaft gibt. (Quelle: "Faszinierend verführerisch." aus der Reihe: nachgedacht. geisteswissenschaften in hamburg.)
Prof. Dr. Uwe Hasebrink und Dr. Claudia Lampert vom Hans-Bredow-Institut für Medienforschung hier in Hamburg haben in ihrem gemeinsamen Vortrag sehr schön dargestellt, was bei der Betrachtung von Medienwirkungen auf Kinder und Jugendliche alles beachtet werden sollte, um zu wirklich fundierten Aussagen zu kommen.
Die aktuelle "Killerspiel"-Debatte arbeitet ja leider oft mit sehr einfachen Ursache-Wirkung-Schemata, die dem komplexen Thema nicht gerecht werden können.
Aus dem Vortragsanteil von Uwe Hasenbrink sind mit zwei Punkte im Kopf geblieben:
In der anschließenden Diskussion war es auffällig, wie vor allem Eltern nach konkrekten Handlungsanweisungen fragten, z.B. wie stark man den Medienkonsum der Kinder begrenzen sollte, und was man ihnen überhaupt zumuten könnte? Darauf konnten und wollten die beiden kein Patentrezept geben, weil es eben sehr stark vom Kind und den Kontext abhängig ist, wie man damit als Elternteil umgeht.
Der Moderator der Veranstaltung, Wolfgang Schulz, verwies in diesem Zusammenhang auch darauf, daß man auch von der Politik konsultiert werden würde, die oft alleine vom Alter her kaum noch Einblicke in die Medienwelt der jüngeren Menschen hätte.
In diesem Zusammenhang ist es putzig, daß ich gerade eben nach der Rückkehr folgenden Artikel bei heise.de entdecke:
Mit dem bereits erweiterten Paragraph 131 StGB ist es laut Monika Griefahn, Sprecherin der Arbeitsgruppe Kultur und Medien der SPD-Fraktion, möglich, dass "besonders gewalttätige Medien verboten werden könnten". Dies sei aber noch nicht oft vorgekommen. Man habe daher das Hans-Bredow-Institut gebeten, die Wirksamkeit des Paragraphen zu prüfen. (Quelle: heise online - SPD sieht Vollzugsdefizite bei Verbreitung gewalthaltiger Computerspiele, Hervorhebung durch mich)
Schön, dann habe ich meine Informationen immerhin schon mal direkt bei der Quelle abholen können, die hoffentlich unseren Politikern genug Verständnis einblasen kann, damit die Killerspieldebatte nicht in eine sinnloses & einfaches Verbotsgezappel umschlägt. Das würde der Komplexität des Themas nicht gerecht werden.
Die Veranstaltung fand in der deutlich stark ausgefüllten Kantine des SPIEGEL-Magazins statt, welche bereits kurz nach dem Einlaß zu 50% (vorderer Raum) gefüllt war, so daß ich im hinteren Raum vor dem dort zusätzlich aufgestellten Großbildschirm Platz nahm. Dieser lieferte immerhin das passende Bild zum jeweiligen Sprecher-Ton - und stand in dem Raum, in dem die angeblich bessere Luft war.
Da die nachgedacht-Reihe immer dort stattfindet (war heute das erste Mal dort), werde ich beim nächsten Mal früher dort sein und mich strategisch in Fensternähe platzieren, um Sicht & Luft in ein gutes Verhältnis zueinander zu bringen.
Die Vortragsveranstaltung zeigt am Beispiel zahlreicher aktueller Kinderangebote und anhand verschiedener Studien, wie die Medienforschung diesen Gegenstandsbereich bearbeitet und damit Aufschluss über die kommunikativen Grundlagen von Kultur und Gesellschaft gibt. (Quelle: "Faszinierend verführerisch." aus der Reihe: nachgedacht. geisteswissenschaften in hamburg.)
Prof. Dr. Uwe Hasebrink und Dr. Claudia Lampert vom Hans-Bredow-Institut für Medienforschung hier in Hamburg haben in ihrem gemeinsamen Vortrag sehr schön dargestellt, was bei der Betrachtung von Medienwirkungen auf Kinder und Jugendliche alles beachtet werden sollte, um zu wirklich fundierten Aussagen zu kommen.
Die aktuelle "Killerspiel"-Debatte arbeitet ja leider oft mit sehr einfachen Ursache-Wirkung-Schemata, die dem komplexen Thema nicht gerecht werden können.
Aus dem Vortragsanteil von Uwe Hasenbrink sind mit zwei Punkte im Kopf geblieben:
- Wie gehen die Medien mit den Kindern um? Und wie gehen die Kinder mit den Medien um? Nicht jedes Medienangebot kommt auch bei der anvisierten Zielgruppe an, so daß teilweise auch Verschiebungen in den Altersbereichen stattfinden und sogar ganz anderen Nutzungen als die ursprünglich intendierten auftauchen können.
- Auf je mehr Schultern die Verantwortung lastet, um so mehr ziehen sich die meisten aus ihrer Verantwortung zurück, weil ja die "anderen" auch noch da wären. Genau das hält er für falsch - es kommt gerade darauf an, daß jeder für die Kinder, die im Schnittpunkt zwischen Familie, Freunden, Schule und Medien stehen, von allen Seiten gleichermaßen seinen Teil der Verantwortung übernimmt.
- Verfrühung: früher wurden Medienangebote nicht an die Jüngsten adressiert, das war eine Absprache, an die sich alle hielten. Heutzutage zielen viele cross-mediale Angebote ausdrücklich auf die Brieftasche auch der Kinder.
- Breite des Angebots im Kinderzimmer: ihre Aufzählung umfasst etwa 13 bis 15 verschiedene Geräte, die sich heute in Kinderzimmern tummeln und früher nicht in dieser Vielfalt zur Verfügung standen. Dadurch ergab sich eine deutliche Änderung auch im Mediennutzungsverhalten.
In der anschließenden Diskussion war es auffällig, wie vor allem Eltern nach konkrekten Handlungsanweisungen fragten, z.B. wie stark man den Medienkonsum der Kinder begrenzen sollte, und was man ihnen überhaupt zumuten könnte? Darauf konnten und wollten die beiden kein Patentrezept geben, weil es eben sehr stark vom Kind und den Kontext abhängig ist, wie man damit als Elternteil umgeht.
Der Moderator der Veranstaltung, Wolfgang Schulz, verwies in diesem Zusammenhang auch darauf, daß man auch von der Politik konsultiert werden würde, die oft alleine vom Alter her kaum noch Einblicke in die Medienwelt der jüngeren Menschen hätte.
In diesem Zusammenhang ist es putzig, daß ich gerade eben nach der Rückkehr folgenden Artikel bei heise.de entdecke:
Mit dem bereits erweiterten Paragraph 131 StGB ist es laut Monika Griefahn, Sprecherin der Arbeitsgruppe Kultur und Medien der SPD-Fraktion, möglich, dass "besonders gewalttätige Medien verboten werden könnten". Dies sei aber noch nicht oft vorgekommen. Man habe daher das Hans-Bredow-Institut gebeten, die Wirksamkeit des Paragraphen zu prüfen. (Quelle: heise online - SPD sieht Vollzugsdefizite bei Verbreitung gewalthaltiger Computerspiele, Hervorhebung durch mich)
Schön, dann habe ich meine Informationen immerhin schon mal direkt bei der Quelle abholen können, die hoffentlich unseren Politikern genug Verständnis einblasen kann, damit die Killerspieldebatte nicht in eine sinnloses & einfaches Verbotsgezappel umschlägt. Das würde der Komplexität des Themas nicht gerecht werden.
Die Veranstaltung fand in der deutlich stark ausgefüllten Kantine des SPIEGEL-Magazins statt, welche bereits kurz nach dem Einlaß zu 50% (vorderer Raum) gefüllt war, so daß ich im hinteren Raum vor dem dort zusätzlich aufgestellten Großbildschirm Platz nahm. Dieser lieferte immerhin das passende Bild zum jeweiligen Sprecher-Ton - und stand in dem Raum, in dem die angeblich bessere Luft war.
Da die nachgedacht-Reihe immer dort stattfindet (war heute das erste Mal dort), werde ich beim nächsten Mal früher dort sein und mich strategisch in Fensternähe platzieren, um Sicht & Luft in ein gutes Verhältnis zueinander zu bringen.
Macsico - Mo, 23. Apr 2007, 21:42 - in: Ideen_fuer_eine_Zukunft
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