Dumm, dümmer, Deutschland
(Rubrik: Lobbyismus_und_Verfilzung)
Anders als in Deutschland konnten in den USA Bündnisse wie SPARC (Scolarly Publishing and Academic Resources Coalition) und ATA (Alliance for Taxpayer Access) die Interessen von Wissenschaftlern und Verbrauchern bündeln und sich so gegen die Verlagslobbyisten durchsetzen. Eine Rolle dabei spielt wahrscheinlich, dass die wichtigsten Profiteure (Elsevier und Springer) in Europa beheimatet sind und keinen entsprechend direkten Zugriff auf amerikanische Politiker hatten.
(...)
Obwohl die fast ausschließlich von Bibliotheken bezogenen Publikationen keinerlei Wettbewerbsdruck ausgesetzt sind und die Verlage so Monopolrenditen von über 40 % erwirtschaften können, berief sich das Ländergremium auf diesen nicht vorhandenen Wettbewerb, der angeblich dazu führe, dass die "traditionellen Publikationsinstanzen" die "hohe Qualität" der Veröffentlichungen sichern und so eine "zentrale Rolle" in der Wissenschaft spielen würden. Außer Acht ließen sie dabei, dass die Arbeit des "peer review" nicht von den Verlagen, sondern von Wissenschaftlern geleistet wird. (Quelle: Telepolis: Erfolg für Open Access in den USA)
Die Überschrift sprang mir schon während des Lesens des zitierten Artikels in den Kopf. Während anderswo die Freiheit von Forschung und Lehre auch in der Zugänglichmachung von aus öffentlichen Geldern geförderten Forschungsergebnissen besteht, werden in Deutschland einfach mal die Gewinne aus solchen Veröffentlichungen privatisiert. Und was passiert dann meistens? Abonnements werden abgeschafft, und wieder geht ein Stück Forschung zumindest als Informationsquelle verloren.
Das ist mein Geld, mit dem ihr da spielt, liebe Befürworter des Zweiten Korb der "Urheberrechtsreform", und das mag ich überhaupt nicht, wenn offensichtlich beeinflusste Politiker mit meinem Geld spielen.
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Obwohl die fast ausschließlich von Bibliotheken bezogenen Publikationen keinerlei Wettbewerbsdruck ausgesetzt sind und die Verlage so Monopolrenditen von über 40 % erwirtschaften können, berief sich das Ländergremium auf diesen nicht vorhandenen Wettbewerb, der angeblich dazu führe, dass die "traditionellen Publikationsinstanzen" die "hohe Qualität" der Veröffentlichungen sichern und so eine "zentrale Rolle" in der Wissenschaft spielen würden. Außer Acht ließen sie dabei, dass die Arbeit des "peer review" nicht von den Verlagen, sondern von Wissenschaftlern geleistet wird. (Quelle: Telepolis: Erfolg für Open Access in den USA)
Die Überschrift sprang mir schon während des Lesens des zitierten Artikels in den Kopf. Während anderswo die Freiheit von Forschung und Lehre auch in der Zugänglichmachung von aus öffentlichen Geldern geförderten Forschungsergebnissen besteht, werden in Deutschland einfach mal die Gewinne aus solchen Veröffentlichungen privatisiert. Und was passiert dann meistens? Abonnements werden abgeschafft, und wieder geht ein Stück Forschung zumindest als Informationsquelle verloren.
Das ist mein Geld, mit dem ihr da spielt, liebe Befürworter des Zweiten Korb der "Urheberrechtsreform", und das mag ich überhaupt nicht, wenn offensichtlich beeinflusste Politiker mit meinem Geld spielen.
Macsico - Di, 24. Jul 2007, 09:49 - in: Lobbyismus_und_Verfilzung
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Entgangen und NIH-Syndrom
Leider bezieht sich die amerikanische Gesetzesinitiative nur auf Medizin und Biologie. Aber immerhin, es ist ein Anfang. Egal, ob Urheberrecht oder Softwarepatente: Irgendwie erinnert mich die derzeitige Lage an das NIH-Syndrom. In den U.S.A steuert man langsam wieder gegen die krassesten Fehlentwicklungen, hier aber will man die gleichen Fehler nochmal selbst ausprobieren.