Großstadt-Ängste (2)
(Rubrik: Raetsel_der_Menschheit)
Informierter Fahrgast:
Vor dem Erreichen seiner Zielhaltestelle schaut er, ob bereits die STOP-Anzeige aufleuchtet. Falls nicht, drückt er im Bus irgendeine der STOP-Knöpfe, kontrolliert dann das Aufleuchten der STOP-Anzeige und geht zur nächstgelegenen Tür. Dann wartet er, daß der Bus hält, sich die Tür automatisch öffnet und er aussteigen kann.
Er hat nämlich durch Beobachtung festgestellt, daß die Bus-Elektronik sich den Haltewunsch gemerkt hat und diesen nach Freigabe der Türen durch den Busfahrer an der Haltestelle sofort umsetzt. Er hat auch keine Angst, daß er den Bus nicht rechtzeitig verlassen kann.
Ängstlicher Fahrgast:
Egal, ob die STOP-Anzeige leuchtet oder nicht, er drückt den nächsten STOP-Knopf, weil er aussteigen will. Dann drängelt er sich häufig an den anderen Fahrgäste vorbei zur Tür hin. An der Tür drückt er bei Halten des Busses nochmals den Türöffner-Knopf, obwohl ihn dieser bereits mit dem Hinweis "Tür öffnet" anleuchtet. Nicht selten drückt er ihn dabei mehrfach und ausdauernd hintereinander, bis die Tür sich tatsächlich öffnet. Das tut sie aber nicht aufgrund seines Drückens, sondern aufgrund ihres bereits vorher gefüllten Befehlspuffers.
Diese Vorgehensweise wertet er als intelligentes Verhalten und glaubt sich aufgrund seiner mangelhaften Beobachtungsgabe immer im Recht. Hat der Busfahrer nämlich mal in seltenen Fällen vergessen, die Türfreigabe zu aktivieren, wird man an der Tür von hintenstehenden Höhlenmenschen angemacht, mal endlich den Türöffner-Knopf zu drücken, was verständlicherweise nicht funktionieren kann.
Solche Fahrgäste sind fast schon panisch darauf bedacht, auch ja den Bus an der gewünschten Haltestelle zu verlassen, da sie ansonsten scheinbar in der Hölle landen würden, sollte es ihnen nicht gelingen. Zu wünschen wäre es ihnen übrigens.
--
Die Skizzierung des ängstlichen Fahrgastes ist eine Zusammenfassung aller bisher angetroffenen Extreme, die mir in meinem bisherigen ÖPNV-Leben so untergekommen sind. In der beschriebenen Reinstform tritt er zum Glück nur selten auf, hat hier in Hamburg aber reichlich Anhänger gefunden, wie mir meine vielen Fahrten zeigen.
Gerade die dabei zu Tage tretende Angst finde ich sehr bemerkenswert - denn eigentlich müsste sie gar nicht sein, wie der informierte Fahrgast zeigt. Im Gegenteil, es macht sogar einen Heidenspaß, der Angstfraktion mal hier und da den "Glauben an den Knopf" einfach zu nehmen.
Das ist besonders lustig in Mercedes-Citaro-Bussen, deren Türöffner-Knopf genau in der Türmitte liegt, und die mit seitlich aufspringenden Türen ausgestattet sind (Schwenkschiebetüren). Sobald die Öffnertaste beim Halten grün leuchtet, nähern sich die Mitglieder der Knopffraktion ihr mit ihren gierigen Drückfingern.
Doch mein gepufferter Haltewunsch lässt die Türen dann direkt vor ihren Händen wegspringen, da sie nach knapp 2 Sekunden bereits vollständig geöffnet ist, was regelmäßig für blöde Blicke sorgt - man hätte doch noch gar nicht gedrückt? ;-)
Vor dem Erreichen seiner Zielhaltestelle schaut er, ob bereits die STOP-Anzeige aufleuchtet. Falls nicht, drückt er im Bus irgendeine der STOP-Knöpfe, kontrolliert dann das Aufleuchten der STOP-Anzeige und geht zur nächstgelegenen Tür. Dann wartet er, daß der Bus hält, sich die Tür automatisch öffnet und er aussteigen kann.
Er hat nämlich durch Beobachtung festgestellt, daß die Bus-Elektronik sich den Haltewunsch gemerkt hat und diesen nach Freigabe der Türen durch den Busfahrer an der Haltestelle sofort umsetzt. Er hat auch keine Angst, daß er den Bus nicht rechtzeitig verlassen kann.
Ängstlicher Fahrgast:
Egal, ob die STOP-Anzeige leuchtet oder nicht, er drückt den nächsten STOP-Knopf, weil er aussteigen will. Dann drängelt er sich häufig an den anderen Fahrgäste vorbei zur Tür hin. An der Tür drückt er bei Halten des Busses nochmals den Türöffner-Knopf, obwohl ihn dieser bereits mit dem Hinweis "Tür öffnet" anleuchtet. Nicht selten drückt er ihn dabei mehrfach und ausdauernd hintereinander, bis die Tür sich tatsächlich öffnet. Das tut sie aber nicht aufgrund seines Drückens, sondern aufgrund ihres bereits vorher gefüllten Befehlspuffers.
Diese Vorgehensweise wertet er als intelligentes Verhalten und glaubt sich aufgrund seiner mangelhaften Beobachtungsgabe immer im Recht. Hat der Busfahrer nämlich mal in seltenen Fällen vergessen, die Türfreigabe zu aktivieren, wird man an der Tür von hintenstehenden Höhlenmenschen angemacht, mal endlich den Türöffner-Knopf zu drücken, was verständlicherweise nicht funktionieren kann.
Solche Fahrgäste sind fast schon panisch darauf bedacht, auch ja den Bus an der gewünschten Haltestelle zu verlassen, da sie ansonsten scheinbar in der Hölle landen würden, sollte es ihnen nicht gelingen. Zu wünschen wäre es ihnen übrigens.
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Die Skizzierung des ängstlichen Fahrgastes ist eine Zusammenfassung aller bisher angetroffenen Extreme, die mir in meinem bisherigen ÖPNV-Leben so untergekommen sind. In der beschriebenen Reinstform tritt er zum Glück nur selten auf, hat hier in Hamburg aber reichlich Anhänger gefunden, wie mir meine vielen Fahrten zeigen.
Gerade die dabei zu Tage tretende Angst finde ich sehr bemerkenswert - denn eigentlich müsste sie gar nicht sein, wie der informierte Fahrgast zeigt. Im Gegenteil, es macht sogar einen Heidenspaß, der Angstfraktion mal hier und da den "Glauben an den Knopf" einfach zu nehmen.
Das ist besonders lustig in Mercedes-Citaro-Bussen, deren Türöffner-Knopf genau in der Türmitte liegt, und die mit seitlich aufspringenden Türen ausgestattet sind (Schwenkschiebetüren). Sobald die Öffnertaste beim Halten grün leuchtet, nähern sich die Mitglieder der Knopffraktion ihr mit ihren gierigen Drückfingern.
Doch mein gepufferter Haltewunsch lässt die Türen dann direkt vor ihren Händen wegspringen, da sie nach knapp 2 Sekunden bereits vollständig geöffnet ist, was regelmäßig für blöde Blicke sorgt - man hätte doch noch gar nicht gedrückt? ;-)
Macsico - Fr, 14. Dez 2007, 14:27 - in: Raetsel_der_Menschheit
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Jaja, die Rätsel
Passen würde es schon, aber twoday ermöglicht ja keine mehrfache Kategorienzuweisung ...