Der frühe Flieger fängt den Traum
(Rubrik: Technologiefolgen)
Sanierungsarbeiten an den Pisten des Hamburger Flughafens
Wichtiger Hinweis: In der Zeit vom 23.6.2008 bis einschließlich 29.6.2008 muss die Bahn I des Hamburger Flughafens (Rwy 05/23) wegen dringender Sanierungsarbeiten komplett für den Flugverkehr gesperrt werden. In dieser Woche wird der Flugverkehr auch über die üblicherweise gesperrte An-/Abflugrichtung Alsterdorf/Hamm abgewickelt. (Quelle: Stadt Hamburg: Sanierungsarbeiten an den Pisten des Hamburger Flughafens)
Am Mittwoch dieser Woche hat mich die erste landende Maschine um kurz nach 6 Uhr morgens aus dem Bett gehauen und mir den Traum gestört. Es ging dann in 3-4 Minuten-Takt weiter, so daß ich den auf 6:40 Uhr gestellten Radiowecker gar nicht mehr brauchte. Seitdem kracht und dröhnt es hier in einer Tour, nur selten, daß da mal eine längere Pause entsteht.
Obige Meldung entdeckte ich allerdings erst, als mir heute morgen der Kragen platzte und ich mich auf die Suche machte. Die selten genutzte Flugstraßen-Ausweichroute, unter der ich wohne, war bisher nicht so oft belastet, da sie nur bei widrigen Windverhältnissen aktiviert wird, oft nur für Stunden, selten für ganze Tage, nie für mehrere Tage am Stück. Diese grundsätzliche Belastung wiederum entdeckte ich letztes Jahr aber erst, nachdem ich eines Morgens plötzlich die landenden Flugzeuge im Tiefflug aus meinem Schlafzimmerfenster sehen (und hören) konnte. Bei meinem Einzug 8 Monate vorher war ich nämlich noch von einem fluglärmfreien Stadtteil ausgegangen ...
Wenn man sich mal die Statistik der Fluglärmbeschwerden für den Flughafen Hamburg anschaut, fällt deren recht niedrige Anzahl auf - knapp 3.400 Stück gab es in 2007 für ganz Hamburg. Eingedenk meiner damaligen eigenen Erfahrungen in Frankfurt führe ich diese recht niedrige Beschwerdeanzahl aber nicht ausschließlich auf die geringere Anzahl von Flugbewegungen im Vergleich zu Frankfurt zurück. Ich tendiere eher dazu, daß die technisch gut organisierten hessischen Fluglärmgegner mit dem ProFutura-System dem genervten Bürger den einfacheren Beschwerde-Weg ermöglicht haben, der in Hamburg noch fehlt.
Denn wenn man nicht erst formvollendete Briefe aufsetzen muss, sondern einfach mit wenigen Mausklicks eine vollständige, formgerechte Fluglärm-Beschwerde online absetzen kann, ist die Hürde für den geschädigten Bürger deutlich niedriger, auch aktiv zu werden. Übrigens hat die von Politikern gern beklagte Politikverdrossenheit oft damit zu tun, daß der Bürger den Eindruck hat, er würde nicht gehört werden. Das ProFutura-System ermöglicht dem Bürger nach meiner Ansicht eine sehr direkte Rückmeldung, was er von den Ergebnissen der Politik hält.
Mit Freuden habe ich übrigens eben gerade der ProFutura-Startseite entnommen, daß man daran arbeitet, das System auch für andere Flughäfen nutzbar zu machen:
Im Juli 2007 wurden bei ProFutura 104.828 Fluglärmbeschwerden eingegeben, die an den Frankfurter Flughafen und an den Hessichen Fluglärmschutzbeauftragten zur Bearbeitung weitergeleitet wurden.
Eine Eingabemöglichkeit von Fluglärmbeschwerden für andere Flughäfen ist in Vorbereitung.
(Quelle: ProFutura-Startseite)
Man vergleiche bei dieser Gelegenheit mal die Zahlen:
- Hamburg: 3.400 Beschwerden im ganzen Jahr 2007 - ohne Online-System
- Frankfurt: 104.828 Beschwerden nur im Juli 2007 - mit Online-System
Ich erwarte daher für den Hamburger Flughafen bald ganz andere Beschwerde-Dimensionen, sobald die hessische "Entwicklungshilfe" dann aktiv geworden ist. ;-)
Wichtiger Hinweis: In der Zeit vom 23.6.2008 bis einschließlich 29.6.2008 muss die Bahn I des Hamburger Flughafens (Rwy 05/23) wegen dringender Sanierungsarbeiten komplett für den Flugverkehr gesperrt werden. In dieser Woche wird der Flugverkehr auch über die üblicherweise gesperrte An-/Abflugrichtung Alsterdorf/Hamm abgewickelt. (Quelle: Stadt Hamburg: Sanierungsarbeiten an den Pisten des Hamburger Flughafens)
Am Mittwoch dieser Woche hat mich die erste landende Maschine um kurz nach 6 Uhr morgens aus dem Bett gehauen und mir den Traum gestört. Es ging dann in 3-4 Minuten-Takt weiter, so daß ich den auf 6:40 Uhr gestellten Radiowecker gar nicht mehr brauchte. Seitdem kracht und dröhnt es hier in einer Tour, nur selten, daß da mal eine längere Pause entsteht.
Obige Meldung entdeckte ich allerdings erst, als mir heute morgen der Kragen platzte und ich mich auf die Suche machte. Die selten genutzte Flugstraßen-Ausweichroute, unter der ich wohne, war bisher nicht so oft belastet, da sie nur bei widrigen Windverhältnissen aktiviert wird, oft nur für Stunden, selten für ganze Tage, nie für mehrere Tage am Stück. Diese grundsätzliche Belastung wiederum entdeckte ich letztes Jahr aber erst, nachdem ich eines Morgens plötzlich die landenden Flugzeuge im Tiefflug aus meinem Schlafzimmerfenster sehen (und hören) konnte. Bei meinem Einzug 8 Monate vorher war ich nämlich noch von einem fluglärmfreien Stadtteil ausgegangen ...
Wenn man sich mal die Statistik der Fluglärmbeschwerden für den Flughafen Hamburg anschaut, fällt deren recht niedrige Anzahl auf - knapp 3.400 Stück gab es in 2007 für ganz Hamburg. Eingedenk meiner damaligen eigenen Erfahrungen in Frankfurt führe ich diese recht niedrige Beschwerdeanzahl aber nicht ausschließlich auf die geringere Anzahl von Flugbewegungen im Vergleich zu Frankfurt zurück. Ich tendiere eher dazu, daß die technisch gut organisierten hessischen Fluglärmgegner mit dem ProFutura-System dem genervten Bürger den einfacheren Beschwerde-Weg ermöglicht haben, der in Hamburg noch fehlt.
Denn wenn man nicht erst formvollendete Briefe aufsetzen muss, sondern einfach mit wenigen Mausklicks eine vollständige, formgerechte Fluglärm-Beschwerde online absetzen kann, ist die Hürde für den geschädigten Bürger deutlich niedriger, auch aktiv zu werden. Übrigens hat die von Politikern gern beklagte Politikverdrossenheit oft damit zu tun, daß der Bürger den Eindruck hat, er würde nicht gehört werden. Das ProFutura-System ermöglicht dem Bürger nach meiner Ansicht eine sehr direkte Rückmeldung, was er von den Ergebnissen der Politik hält.
Mit Freuden habe ich übrigens eben gerade der ProFutura-Startseite entnommen, daß man daran arbeitet, das System auch für andere Flughäfen nutzbar zu machen:
Im Juli 2007 wurden bei ProFutura 104.828 Fluglärmbeschwerden eingegeben, die an den Frankfurter Flughafen und an den Hessichen Fluglärmschutzbeauftragten zur Bearbeitung weitergeleitet wurden.
Eine Eingabemöglichkeit von Fluglärmbeschwerden für andere Flughäfen ist in Vorbereitung.
(Quelle: ProFutura-Startseite)
Man vergleiche bei dieser Gelegenheit mal die Zahlen:
- Hamburg: 3.400 Beschwerden im ganzen Jahr 2007 - ohne Online-System
- Frankfurt: 104.828 Beschwerden nur im Juli 2007 - mit Online-System
Ich erwarte daher für den Hamburger Flughafen bald ganz andere Beschwerde-Dimensionen, sobald die hessische "Entwicklungshilfe" dann aktiv geworden ist. ;-)
Macsico - Fr, 27. Jun 2008, 10:16 - in: Technologiefolgen
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