Doofene_Menschen

Sa
26
Jan
2008

Neunmalklug
(Rubrik: Doofene_Menschen)

Stehe vorhin - also ca. 20 vor 12 Uhr nachts an einer Bushaltestelle hier in Hamburg.

Kommt ein deutlich kleinerer Mann vorbei, ca. 55 Jahre.

Sagt zu mir: "Glaubst Du, da kommt jetzt noch einer???"

Meine Antwort: "Der kommt um 43!"

Er brummelt etwas unverständliches und geht dann weiter.

Wenn er schon einen dummen Spruch loslassen will, hätte er sich nicht jemand aussuchen sollen, der knapp 30 verschiedene Java-Fahrpläne auf seinem J2ME-fähigen Handy vorhält und diese gerade bei nicht oft genutzten Verbindungen immer vor Ansteuerung der jeweiligen Abfahrts-Haltestelle konsultiert.

Do
10
Jan
2008

Just for the record: Bad mal wieder (fast) heile
(Rubrik: Doofene_Menschen)

Soeben war der Handwerker zum zweiten Mal da, dieses mal MIT Ersatzteilen für den Waschbeckenabfluss und die Toilettenspülung. Geht doch. Den Heizölgeruch des Handwerkers bekomme ich auch bald wieder ausm Bad raus, er ist ja nun weg.

Nun muss nur noch der Schimmel oberhalb der Dusche zum dritten Mal beseitigt werden. Deutsches Handwerk. Haha.

Do
6
Sep
2007

Großgewachsene Kinder
(Rubrik: Doofene_Menschen)

(5) Kinder bis zum vollendeten 8. Lebensjahr müssen, ältere Kinder bis zum vollendeten 10. Lebensjahr dürfen mit Fahrrädern Gehwege benutzen. Auf Fußgänger ist besondere Rücksicht zu nehmen. Beim Überqueren einer Fahrbahn müssen die Kinder absteigen.(Quelle: Juris.de: Straßenverkehrsordnung (StVO): § 2 Straßenbenutzung durch Fahrzeuge, Absatz 5)

Auf meinen Fußmärschen durch Hamburg begegnen mir nicht wenige Radfahrer auf den Fußwegen. Im Falle von Kindern ist es gemäß oben zitierter StVO auch überhaupt kein Problem, da ja sogar Vorschrift.

Im Fall von Erwachsenen ist es für mich allerdings ein Problem, wenn radfahrende Menschen ihre Sicherheit über meine Sicherheit stellen. Indem sie im Falle fehlender Radwege die Straße meiden und auf Fußwege ausweichen, nehmen sie meine Gefährdung billigend in Kauf. Nicht wenige fahren auf den Fußwegen ähnlich schnell wie auf der Straße und erdreisten sich zudem, auch noch wüst zu klingeln, wenn sie von hinten kommen und eigentlich gar kein Platz zum Überholen vorhanden ist.

So langsam kann ich der Idee eines Nummernschildes für Radfahrer durchaus was abgewinnen. Sich einfach durch Anonymität aus der Verantwortung stehlen und andere gefährden, sollte nicht mehr so einfach sein.

Mi
5
Sep
2007

Terroristenfutter für Schäuble
(Rubrik: Doofene_Menschen)

Die Dachdeckerarbeiten sind nach 2,5 Monaten endlich beendet worden. Nun muss nur noch das Baugerüst abgebaut werden, und ich habe endlich wieder einen freien Blick in den Himmel aus meinem Bett.

Gemäß dem damit automatisch in Kraft tretenden geheimen Abkommen zwischen allen Handwerksbetrieben haben die Handwerker der im Umbau befindlichen Erdgeschoss-Ladenfläche somit die Lärmhoheit für dieses Gebäude übernommen. Eigentlich sollten die angekündigten Arbeiten bereit seit einem Monat laufen, aber irgendwie kamen sie nicht so richtig in die Hufe. Einer Nachbarin hatten sie aber letzte Woche schon mal praktischerweise das Wasser abgedreht, so daß sie abends von der Dienstreise heimkam und bei mir nachfagen musste, ob überall das Wasser nicht mehr gehen würde? Des Rätsels Lösung: der Wasserwerker des Umbaus von unten wußte nicht, wem der Hahn gehörte, und hat ihren einfach probehalber mal abgedreht - würde schon jemand kommen. Somit durfte der Installateur von unten dem Installateur von oben die Anfahrt bezahlen.

Ob der Panikbrief der Hausverwaltung in allen Bewohnerbriefkästen, daß sich der Mieter des Kellers Nr. 18 "kurzfristig" bei ihnen melden sollte, damit in Zusammenhang steht, weiß ich bisher noch nicht. Der zusätzliche Aushang einer anderen Nachbarin, daß nun bitte alle Dachbodenbesitzer schnellstens mal die Sammlung alle Gegenstände auf dem Dachboden durchforsten sollten, welche die Dachdecker in einer Regen-Notaktion schnell zusammenramschen mussten, betrifft mich zum Glück nicht, zeigt aber auf, was noch so alles abgelaufen ist, seitdem Handwerker das Haus in ihre Gewalt gebracht haben.

Aber zurück zur neuesten Aktion. Pünktlich wurden heute morgen kurz nach 7 Uhr gut hörbare massive Bohrarbeiten vorgenommen, die nach ca. 10 Minuten beendet wurden. Um kurz nach 8 Uhr wurde dann die bisher schärfste Waffe in Stellung gebracht: Metallarbeiten an den Heizungsrohren, dessen kreischend-lauter Lärm sich durch das gesamt Rohrsystem auch bis in meine Schlafzimmer fortpflanzte. Für die nächsten 30 Minuten habe ich ein Ohr aufs Kopfkissen gelegt und das andere mit einem Finger zugehalten. Später konnte ich streckenweise kaum telefonieren, da der weitere Lärm auch in angrenzenden Zimmern gut zu hören ist.

Das alles veranlasst mich zu nur einer Frage: Herr Schäuble, wann gebieten Sie endlich diesem Terrorregiment Einhalt? Vandalisierende Horden zerstören alles, was ihnen in den Weg kommt, um es dann unter Anwendung größtmöglichen Lärms wieder neu aufzubauen und dafür auch noch Geld zu verlangen! Bestimmt ist auch noch Geldwäsche mit im Spiel - sie nehmen dafür Geld und lassen es in undurchsichtigen Baustoffhandlungskanälen versickern!

Ihr Auftrag, Herr Schäuble!

So
17
Jun
2007

Bedrohte Art im Überlebenskampf
(Rubrik: Doofene_Menschen)

Als ich heute morgen an der Bushaltestelle stand, konnte ich eine bedrohte Art bei der Nahrungsbeschaffung beobachten. Diese Art ist bereits so bedroht, daß dieses Exemplar schon zu mehreren Schutzmaßnahmen griff, damit es von den Menschen nicht noch weiter dezimiert wird.

Das von mir beobachtete Exemplar war sogar besonders trickreich, indem es sein Versteck in einem Bereich wählte, wo Menschen sonst auf Wichtigeres achten, so daß diese Art leicht übersehen werden kann.

Das Exemplar hatte zu einer weiteren Maßnahme gegriffen, damit es nicht so schnell unter die Räder kommen würde. Es hatte sich einen besonders sicheren Panzer zugelegt, damit kein böser Mensch ihm was zuleide tun konnte.

Ich fand dieses Exemplar der Gattung "gemeiner Kurzzeitfalschparker mit Warnblinker in zweiter Reihe" (lat.: blödus faulus kurzparkigus warnblinkus parallelis) allerdings nicht sonderlich trickreich, denn sieben Meter vor der Ampel wird ein Falschparker nicht plötzlich unsichtbar, nur weil alle vorzugsweise auf die Ampel starren.

Und die Idee, daß man in einem Stadtgeländewagen in SUV-Größe vor den wütenden Gelenkbusfahrern der dort ständig langfahrenden Metrobuslinie sicher wäre, entspringt wohl auch eher dem Wunschdenken dieses sonntäglichen Bäckereikunden.

Bei der Fahrt zum Bahnhof erblickte ich noch ein weiteres bedrohtes Exemplar dieser Gattung, das ebenfalls einer existenzsichernden Verrichtung nachging. Die Geldbeschaffung aus Automaten ist bekanntermaßen hochgefährlich und kann in ihrer Gefährlichkeit nur durch oben beschriebenes Parkverhalten deutlich vermindert werden.

Zur Absicherung lässt man am besten noch ein Weibchen der Gattung im rollenden Panzer, damit der Fluchtweg unter allen Umständen abgesichert ist. Die Sicherheit erhöht man zusätzlich durch eine Verkürzung des Abstandes zur Ampel auf nur eine Wagenlänge.

Diese beiden Beobachtungen zählen zu vielen ähnlichen Beobachtungen, die ich immer wieder mitten in der Großstadtdschungel erleben darf. Es macht mir einfach Freude, einer bedrohten Art bei ihrem putzigen Tun zuzuschauen, welche darum kämpft, nicht von den bösen Menschen einfach gnadenlos dezimiert zu werden.

Nur durch permanentes Durchsetzen des eigenen Existenzanspruches kann diese Art ihr Weiterbestehen auf dem Erdball ermöglichen, worin sie auch von den gnädig die Augen zudrückenden Behörden unterstützt wird.

Es besteht also Hoffnung, daß diese Art nicht untergehen wird.

Do
7
Jun
2007

Tunnelblick
(Rubrik: Doofene_Menschen)

Ein Tunnelblick liegt unter anderem vor, wenn ein sich mit hoher Geschwindigkeit nähernder Radfahrer (den ich gar nicht habe kommen sehen trotz Schulterblick) einen nach seiner quietschenden Vollbremsung anschreit, daß man sich soeben auf dem Radweg befunden habe und ja wohl mal gucken müsse.

Auffällig an dieser Sichtweise war der Umstand, daß er mich genau der Fußgängerampel anschrie, die ich ohne Überquerung des Radwegs gar nicht erreichen konnte - er also sowieso immer damit rechnen müßte, daß dort jemand quert. Aber das hätte nicht zu seinem Tunnelblick gepasst.

Ich glaube, auf Amtsdeutsch heisst das «nicht angepasste Geschwindigkeit».

Sa
21
Apr
2007

Kippenwerfer
(Rubrik: Doofene_Menschen)

Auf dem Weg vom Einkaufen nach Hause kam mir ein älterer Mann entgegen, ca. 45 bis 50 Jahre alt.

Er fiel mir auf, weil er achtlos seine soeben fertig gerauchte Kippe nach rechts wegwarf, mitten auf den Seitenstreifen.

Im ersten Moment dachte ich «Drecksau», und im nächsten Moment fiel mir seine eher klassische, sehr ordentliche ziemlich deutsche Frisur auf. So ein komischer Seitenscheitel, wie er mal vor vielen Jahrzehnten modern war ...

Fr
24
Nov
2006

Spam-Kunst
(Rubrik: Doofene_Menschen)

So langsam kann ich mir eine «Best of SPAM»-Sammlung zulegen. Habe heute mal wieder das selten genutzte Mail-Konto abgefragt, und wieder eine putzige Email aus der vermutlich gleichen Feder gefunden.

Der Absendernamen «Floria Sophia Hundhausen» ist doch geradezu brilliant gewählt, findet ihr nicht auch? Das hat sowas von verhinderter Literatur-Karriere, von verpassten Chancen, die das arme Genie nie hatte, so daß er sich nun wenigstens bei der Namensfindung austoben will.

Mi
18
Okt
2006

Eskalation
(Rubrik: Doofene_Menschen)

Gegenüber geht es los. Gut sichtbar. Hell. Leuchtend. Vor allem im Dunkeln gut sichtbar. Die erste Fensterbeleuchtung, die der Weihnachtszeit zuzurechnen ist. Gnade - wir haben doch erst Mitte Oktober ...

Oder täusche ich mich mit meiner Einschätzung? Es hat zumindest keine der mir bekannten Formen wie Stern, mehrfarbiger Kreis, Baum oder so ähnlich - aber es hängt im Fenster.

Fr
14
Jul
2006

Für wenn man mal ein bisschen dumm spammt
(Rubrik: Doofene_Menschen)

Eine meiner diversen Emailadressen befindet sich bei Arcor. Und heute fiel mir dunkel auf, daß ich die schon lange nicht mehr angeschaut überprüft hatte, seitdem irgendwelche Billigspammer sie mit Doof-Spam zugeschüttet hatten.

Aber heute schaute ich mal wieder rein - und es war unterhaltsam!

Zwei der besten Betreffzeilen waren nämlich:
  • "Für wenn's wo weh tut."
  • "Wir sind die wo gute Pi11z haben"
Ein schneller Blick auf die anderen Betreffzeilen zeigte mir, daß ALLE aus ein und der selben Feder stammen müssen. Satzbau und Wortwahl sind sich immer recht ähnlich, und die Benutzung von jeweils nur genau einem fiktiven Empfänger-Vornamen deuten auf den gleichen Ursprung hin.

Und als Absender sind neben ganz possierlich deutsch klingenden Namen auch solche absonderlichen Geschwisterpaare wie "Alfred & Edy", "Lena & Lea", "Floria & Nora" und "Lukas & Lisa" zusammenfantasiert worden.

Welcher verhinderter Literat sich wohl da sein Auskommen mit Email-Spam verdienen will?
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Nicht immer objektiv, nicht immer folgerichtig, teilweise sogar vollkommen subjektiv.

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