Ideen_fuer_eine_Zukunft

So
29
Jun
2008

Maximale Mobilität ist schädlich für Gemeinschaftssinn
(Rubrik: Ideen_fuer_eine_Zukunft)

Der Mensch, so behaupten die Kommunitaristen, gehört einer Gemeinschaft nicht durch Vernunft und freiwillige Zustimmung an - beides Kriterien für die Teilhabe an der liberalen Gesellschaft -, sondern er wird in sie hineingeboren. Kommunitaristen betonen also die Abhängigkeit des Einzelnen von der Gemeinschaft, was in scharfem Gegensatz zu bestimmten liberalen Anschauungen steht, die den Menschen als ein unabhängiges Individuum betrachten. Der Kommunitarismus befürwortet die freie Entfaltung des Einzelnen, solange sie sozial verträglich ist. Im Liberalismus hingegen wird die freie Entfaltung des Individuums oft als wichtiger angesehen - sie soll nur aus sehr wichtigen Gründen eingeschränkt werden. (Quelle: Kommunitarismus – Wikipedia)

Eigentlich zappte ich nur kurz in die Sendung "Frierende Stachelschweine - Der Einzelne und die Gemeinschaft,
Gedanken zum Kommunitarismus" auf BR Alpha rein. Aber dann merkte ich, dass da was passte - auf mich. Mehr als ich dachte. Vor allem die Beschreibun, aus welchen Gründen uns der Gemeinschaftssinn immer mehr abhanden gekommen ist, deckte sich sehr stark mit meinen eigenen diesbezüglichen Theorien. Für mich brechen Gemeinschaften dann auseinander, wenn ihre Mitglieder aufgrund zu hoher Mobilität kaum noch Zeit füreinander haben - Zeit miteinander braucht man aber, um echtes Vertrauen zueinander zu entwickeln.

Davon angestachelt las ich den oben zitierten Wikipedia-Artikel - und stellte fest, dass ich eigentlich schon mein ganzes (bewusstes) Leben lang nach den dort angegebenen Grundsätzen denke und handele. Gerade der Gedanke der Sozialverträglichkeit des Handelns eines Individuums ist mir ein permanter Begleiter. Wo sich das Handeln Einzelner zum Schaden für alle auswirkt, muss Einhalt geboten werden. Und wenn der Schaden nicht mehr totgeschwiegen werden kann, ist Handeln und oft sogar Verzicht angesagt.

Und Verzicht ist etwas, was vor allem den Neolliberalen in ihrem selbstzerstörerischen Treiben gar nicht in den Kram passt. Mal gucken, wann sie das mit dem Ast, auf dem sie sitzen und der Säge begreifen. Das Blöde daran ist nämlich, dass wir sie auch an unserem Ast sägen lassen, nicht nur an ihrem eigenen.

So
17
Feb
2008

Tanzen kann befreiend wirken
(Rubrik: Ideen_fuer_eine_Zukunft)

Das Internet hat die Knasttänzer der philippinischen Insel Cebu weltweit bekannt gemacht. 1600 Mörder, Drogendealer, Bankräuber schwingen gemeinsam die Hüften. Sie haben eine eigene Tanzlehrerin und einen Musikfan als Direktor. Der will die Verbrecher rhythmisch resozialisieren. Jeden fertigen Tanz filmt er und stellt ihn auf die Internetseite YouTube.(Quelle: Phoenix: mein ausland: Zwischen Tanzknast und Sittenschule)

Sinnlos wegsperren, oder sinnvoll resozialisieren - mit Tanz und Musik scheinbar möglich. Der sonntägliche Besuchstag sah in der Tat sehr friedlich aus. Die langfristigen Rückfallquoten sind noch nicht bekannt, scheinen aber bisher niedriger zu liegen.

Ob das mit stocksteifen inhaftierten Europäern auch möglich wäre? Oder fehlt uns einfach eine Kultur, in der Tanz und Musik so stark in der Bevölkerung verankert sind wie auf den Philippinen?

Wer die Videos sehen will, klicke auf den Link mit der gespeicherten Suche bei YouTube (bisher 20 Stück).

Mi
13
Feb
2008

Schwarz/weiß, Frauen/Männer, liberal/konservativ, Jesus/Bush
(Rubrik: Ideen_fuer_eine_Zukunft)

Jimmy Carter ist gegen Fundamentalisten. Bill Clinton auch. Und viele andere US-Amerikaner sind auch gegen Fundamentalisten.

Und zwar gegen christliche Fundamentalisten, die sich in den Reihen der Baptisten in den USA in den letzten Jahrzehnten breitgemacht haben, vorzugsweise aus dem Süden des Landes.

Heute morgen hörte ich im Radio einen Bericht (MP3, Deutschlandfunk, Autor: Jacobi, Isabelle). Und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Zwar war mir bekannt, daß christliche Fundamentalisten in den USA stark an Einluß gewonnen haben. Aber ich wußte nicht, daß bestimmte Gruppen so weit gehen, daß sie Schwarzen und Frauen Rechte innerhalb der Kirche absprechen. Oder sogar ihrer urchristlichen Grundlage die Basis entzogen haben.

Daher auch die Überschrift - das erste Wort in jedem Begriffspärchen steht für einen aufgeklärten Baptismus, das letztere für sein konservatives Gegenstück, so wie im Radiobericht dargestellt.

Ich finde nämlich, daß wir den islamistischen Fundamentalismus genau im Blick behalten sollten, aber dabei nicht den christlichen Fundamentalismus aus dem Auge verlieren sollten, denn dieser ist tendenziell sogar schlimmer, da er sich unter dem Deckmäntelchen der christlichen Lehre verbreitet hat. Und Extremisten auf beiden Seiten brauchen wir eigentlich nicht, denn die schaukeln sich im Grunde nur hoch, während der Rest eigentlich eher gelassen miteinander umgehen will.

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Di
12
Jun
2007

Kinderarbeit: lieber verschweigen
(Rubrik: Ideen_fuer_eine_Zukunft)

tagesschau.de: Wenn Unternehmen offenbar keine Garantie für Mode ohne Kinderarbeit geben können, müsste dann auf dem Etikett nicht stehen: Kann Kinderarbeit enthalten?

Busse: Das wäre ein fairer Hinweis, und es käme einem Verkaufsverbot gleich. Das zeigt noch mal, dass es auch eine politische Frage ist, um die es hier geht.
(Quelle: Kinderarbeit: Auch Verbraucher in der Pflicht | tagesschau.de)

Das Nebenproblem der nicht vorhandenen Transparenz bei den derzeitigen Zuliefererketten war auch bei der Fair-Trade-Veranstaltung am vorletzten Wochenende ein Thema. Daher schlug ich dort vor, daß Unternehmen, die Fair Trade wirklich ernst nehmen, auch mit Eigentransparenz anfangen sollten - um die anderen Unternehmen unter Druck zu setzen und die eigenen Kunden besser zu informieren.

Und zwar am Besten auf dem (erweiterten) Preisschild - das sieht der Kunde mit als erstes, und wenn dort bereits eine kleine Aufklärung angebracht wäre, würden nach meiner Ansicht zwei mögliche Effekte eintreten:
  • der Kunde kann erkennen, welche Kostenanteile in den Preis einfließen: Produktion, Sozialkosten vor Ort beim Produzenten, Transport (wie oft!), Beratung der Produzenten durch das Fair-Trade-Unternehmen, usw.
  • andere Unternehmen, die ihre Kalkulation nicht offen legen, werden damit unter Zugzwang gesetzt. Sie müssten dann zugeben, daß sich ihr Preis aus sehr viel Gewinn und sehr wenig Lohn zusammensetzen würde - und aus vielen sinnlosen Transportwegen
Obiger im Interview geäußerte Idee, Textilien mit Kinderarbeits-Warnhinweisen zu markieren, kommt meinem Vorschlag auf andere Weise entgegen. Denn wenn man als Händler keine Ahnung von den sozialen Standards beim Produzenten vor Ort hat, sollte man sich auch nicht durch anderswo gegebene Versprechen rausreden dürfen.

Es muß direkt auf der Ware stehen, daß man keine Ahnung hat (oder haben will?), in diesem Fall auf dem Textilschild. Und da wird es interessant, was unsere gegenwärtige Politik dazu sagen würde - wo man doch den Armen in der Welt helfen will laut den G8-Gipfel-Verlautbarungen?

Auf alle Fälle wäre die Information in Verbraucherhand - und da gehört sie hin, nicht auf irgendwelche losen Plakate oder gut vergrabene PR-Statements.

Dann kann nämlich keiner mehr behaupten, daß er es nicht gewußt hätte. Es geht um sozialen Druck, damit diese Masche mit «hab ich nicht gewußt, warum hat mir das keiner gesagt!» nicht mehr zieht - spätestens beim Waschen sieht jeder das Schild.

So
3
Jun
2007

Wieder was dazu gelernt
(Rubrik: Ideen_fuer_eine_Zukunft)

Fair Trade - Wege zu einer anderen Globalisierung

Am Sonntag, den 03.06.07 um 19.00 Uhr im Hamburger Rathaus (Bürgersaal)

mit

Hannes Jaenicke (Schauspieler)

Jürgen Gotthardt (Konsul der Republik Tansania/angefragt)

Dr. Frithjof Schmidt (MdEP, Entwicklungspol. Sprecher Grüne/EFA)

Moderation

Manuel Sarrazin (MdHB, Sprecher für Internationales)
(Quelle: Kreative Stadt > Veranstaltungen >Termin)

Obige Veranstaltung der GAL-Bürgerschaftsfraktion nahm ich heute abend zum Anlaß, mir erstmals das Hamburger Rathaus von innen anzusehen. Und um besser über das Thema informiert zu werden, als ich es bisher war. Es ist ein sehr komplexes Thema, aber irgendwo muß man ja anfangen, wenn schon der G8-Gipfel kaum Ergebnisse bringen wird.

Und nein, ich war nicht promi-geil, mich interessierte aber schon, was er zu sagen hatte. Es hat mir gefallen, und ich würde mir wünschen, daß mehr Schauspieler ihre Prominenz für solche Zwecke nutzen würden.

Fr
11
Mai
2007

Scheidung verboten
(Rubrik: Ideen_fuer_eine_Zukunft)

Kultur, Tradition und Religion sind in den einzelnen EU-Ländern sehr unterschiedlich. In Malta beispielsweise sieht das Gesetz immer noch nicht die Ehescheidung vor, aber viele Malteser setzten ihre Hoffnungen auf die EU. Doch gegenwärtig herrschen dort oft noch absurde Situationen: von ihren Vätern nicht anerkannte Kinder, gesellschaftlich ausgegrenzte ledige Mütter. Angesichts dieser Zustände wollen viele gar nicht erst heiraten. (Quelle: ARTE - Zoom Europa, Webseite der Sendung vom 09. Mai 2007)

Auf diese neue ARTE-Sendung stieß ich vorhin beim Zappen und landete direkt im obigen angekündigten Beitrag:

FRAU TAVONE (Betroffene): "Und was mich betrifft, ich habe keinen Anspruch auf die Rente meines Mannes!"
(...)
OFF-SPRECHERIN: Auf der Insel leben 100.000 Paare in sogenannter "wilder Ehe", also jedes vierte Paar. Dennoch weigert sich die maltesische Regierung, ein Gesetz zu schaffen, daß die zivilrechtliche Scheidung einer Ehe ermöglicht.

CYNTHIA SCERRI DI BONO (Justizministerium): Wir haben ein Gesetz, das im Ausland vorgenommene Scheidungen anerkennt. Was unsere Gesetze aber nicht vorsehen, das ist der Rechtsakt der Scheidung - aus dem einfachen Grund, weil wir nicht den Bedarf sehen, daß sich Paare in Malta scheiden lassen können. Dieses Thema steht hier nicht auf der Tagesordnung. Daß das so ist, hat einen Grund: wir vertreten die Ansicht, daß eine Ehe so gut wie möglich gelingen sollte.
(Quelle: ARTE - Zoom Europa, TV-Wiederholung der Sendung vom 09. Mai 2007 am 11. Mai 2007)

Mit dieser mittelalterlichen Meinung stimmt die maltesische Regierung vollkommen mit der nur wenige Meter vom Justizministerium entfernten katholischen Kirche auf wunderbare Weise überein.

Die gegenwärtig auf die EU gerichteten Hoffnungen der davon betroffenen Malteser werden am Ende des Berichts leider relativiert - auf das Familienrecht der Mitgliedsstaaten hat die EU keinen Einfluß.

Ich denke, es ist an der Zeit, daß überall in Europa die Neuzeit anbricht - am besten ohne reinpfuschende Religionsvertreter. Die Trennung von Staat und Kirche ist daher nach wie vor der richtige Weg.

Mi
2
Mai
2007

Gleichberechtigung in Deutschland: Immer noch ein Witz
(Rubrik: Ideen_fuer_eine_Zukunft)

"(...) Und so, ja, konnte sich dann nach der Vereinigung relativ einfach wieder eine Restauration männlicher Dominanz in allen möglichen Bereichen durchsetzen. Und teilweise wurden die Frauen dann mit einer Brutalität aus dem Erwerbsleben und aus den Positionen gedrängt, die also nicht nur mit Kapitalismus zu tun hat, sondern die auch so mit dem Bewusstsein zu tun hat: Jetzt werden endlich wieder die naturgegebenen Zustände hergestellt, die künstlich in der Zeit des Sozialismus verzerrt worden waren." (Quelle: Deutschlandradio Kultur - Zeitreisen - Das Patriarchat lässt grüßen)

Obige Aussage traf die Juristin und Politikwissenschaftlerin Sabine Berghahn in der soeben beendeten Feature-Sendung im Deutschlandradio Kultur. Obiger Aussage stimme auch ich voll zu - die ostdeutschen Frauen durften endlich an den Fehlleistungen ihrer westlichen Schwestern teilhaben. Ich habe persönlich zuviele Frauen kennengelernt, die durch die "Wiedervereinigung" aus qualifizierten Posten herausgedrängt wurden.

Die Sendung behandelte den geschichtlichen Entwicklung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern in beiden Teilen Deutschlands nach Ende des Zweiten Weltkriegs.

Sehr interessant fand ich, daß es in Westdeutschland bis Mitte der 70er Jahre brauchte, bis das Gleichberechtigungsgebot der deutschen Verfassung auch in Gesetzesform gegossen wurde - 30 Jahre nach Verabschiedung des Grundgesetzes.

Und das auch heutzutage in Deutschland immer noch vom Ernährermodell ausgegangen wird, haben wir Bismarck zu verdanken. Dieser hat durch die Festlegung des Mannes als alleinigem Nutznießer der damals eingeführten Sozialversicherungen bei dieser Gelegenheit auch gleich noch das Konstrukt "Ehe" zementiert, da Frauen und Kinder nur als Abhängige definiert wurden.

Insgesamt zeigte mir die Sendung, daß immer noch deutliche Defizite in der Gleichberechtigung in Deutschland bestehen, auch wenn wesentliche rechtliche Modernisierungen unserer Gesetzgebung und unserer Förderpraxis schon in die richtige Richtung zeigen. Es ist aber noch ein langer Weg, bis alle Gebote den Weg vom Papier ins Leben gefunden haben werden.

Da wir also noch auf dem Weg sind, wundert es mich immer wieder, warum vor allem jüngere Frauen betonen, daß "Gleichberechtigung" ja schon längst erreicht wäre, und man daher nicht mehr dafür kämpfen müßte. Die wesentlichen Elemente der vollständigen (!) Gleichberechtigung, die in anderen Ländern bereits früher und umfassender umgesetzt worden sind, werden dabei gerne unterschlagen, vergessen oder verdrängt.

Daher mein Ratschlag an genau diese Frauen: Viel Spaß beim Entdecken von nicht vorhandenen Kindergartenplätzen, Teilzeitjob-Mehrstunden, Lohndrückereien und minimalen Rentenansprüchen ...

Mehr zu diesem Thema in diesem Blog:

Mo
23
Apr
2007

nachgedacht - über Kinder & Medien
(Rubrik: Ideen_fuer_eine_Zukunft)

Da komme ich gerade her:

Die Vortragsveranstaltung zeigt am Beispiel zahlreicher aktueller Kinderangebote und anhand verschiedener Studien, wie die Medienforschung diesen Gegenstandsbereich bearbeitet und damit Aufschluss über die kommunikativen Grundlagen von Kultur und Gesellschaft gibt. (Quelle: "Faszinierend verführerisch." aus der Reihe: nachgedacht. geisteswissenschaften in hamburg.)

Prof. Dr. Uwe Hasebrink und Dr. Claudia Lampert vom Hans-Bredow-Institut für Medienforschung hier in Hamburg haben in ihrem gemeinsamen Vortrag sehr schön dargestellt, was bei der Betrachtung von Medienwirkungen auf Kinder und Jugendliche alles beachtet werden sollte, um zu wirklich fundierten Aussagen zu kommen.

Die aktuelle "Killerspiel"-Debatte arbeitet ja leider oft mit sehr einfachen Ursache-Wirkung-Schemata, die dem komplexen Thema nicht gerecht werden können.

Aus dem Vortragsanteil von Uwe Hasenbrink sind mit zwei Punkte im Kopf geblieben:
  • Wie gehen die Medien mit den Kindern um? Und wie gehen die Kinder mit den Medien um? Nicht jedes Medienangebot kommt auch bei der anvisierten Zielgruppe an, so daß teilweise auch Verschiebungen in den Altersbereichen stattfinden und sogar ganz anderen Nutzungen als die ursprünglich intendierten auftauchen können.
  • Auf je mehr Schultern die Verantwortung lastet, um so mehr ziehen sich die meisten aus ihrer Verantwortung zurück, weil ja die "anderen" auch noch da wären. Genau das hält er für falsch - es kommt gerade darauf an, daß jeder für die Kinder, die im Schnittpunkt zwischen Familie, Freunden, Schule und Medien stehen, von allen Seiten gleichermaßen seinen Teil der Verantwortung übernimmt.
Aus den Ausführungen von Claudia Lampert fand ich vor allem zwei Hinweise sehr wichtig:
  • Verfrühung: früher wurden Medienangebote nicht an die Jüngsten adressiert, das war eine Absprache, an die sich alle hielten. Heutzutage zielen viele cross-mediale Angebote ausdrücklich auf die Brieftasche auch der Kinder.
  • Breite des Angebots im Kinderzimmer: ihre Aufzählung umfasst etwa 13 bis 15 verschiedene Geräte, die sich heute in Kinderzimmern tummeln und früher nicht in dieser Vielfalt zur Verfügung standen. Dadurch ergab sich eine deutliche Änderung auch im Mediennutzungsverhalten.
Gemeinsamer Hinweis war, daß man sich den Medienangeboten für Kinder auch öffnen soll, anstatt sie einfach nur zu verteufeln. Erst durch das Verständnis der Angebote und die gemeinsame Auseinandersetzung könnte man die eigenen Kinder und Jugendlichen besser verstehen und ihnen auch beim Medienverständnis helfen - schließlich geht es auch um den Zugang zur Welt um uns herum.

In der anschließenden Diskussion war es auffällig, wie vor allem Eltern nach konkrekten Handlungsanweisungen fragten, z.B. wie stark man den Medienkonsum der Kinder begrenzen sollte, und was man ihnen überhaupt zumuten könnte? Darauf konnten und wollten die beiden kein Patentrezept geben, weil es eben sehr stark vom Kind und den Kontext abhängig ist, wie man damit als Elternteil umgeht.

Der Moderator der Veranstaltung, Wolfgang Schulz, verwies in diesem Zusammenhang auch darauf, daß man auch von der Politik konsultiert werden würde, die oft alleine vom Alter her kaum noch Einblicke in die Medienwelt der jüngeren Menschen hätte.

In diesem Zusammenhang ist es putzig, daß ich gerade eben nach der Rückkehr folgenden Artikel bei heise.de entdecke:

Mit dem bereits erweiterten Paragraph 131 StGB ist es laut Monika Griefahn, Sprecherin der Arbeitsgruppe Kultur und Medien der SPD-Fraktion, möglich, dass "besonders gewalttätige Medien verboten werden könnten". Dies sei aber noch nicht oft vorgekommen. Man habe daher das Hans-Bredow-Institut gebeten, die Wirksamkeit des Paragraphen zu prüfen. (Quelle: heise online - SPD sieht Vollzugsdefizite bei Verbreitung gewalthaltiger Computerspiele, Hervorhebung durch mich)

Schön, dann habe ich meine Informationen immerhin schon mal direkt bei der Quelle abholen können, die hoffentlich unseren Politikern genug Verständnis einblasen kann, damit die Killerspieldebatte nicht in eine sinnloses & einfaches Verbotsgezappel umschlägt. Das würde der Komplexität des Themas nicht gerecht werden.

Die Veranstaltung fand in der deutlich stark ausgefüllten Kantine des SPIEGEL-Magazins statt, welche bereits kurz nach dem Einlaß zu 50% (vorderer Raum) gefüllt war, so daß ich im hinteren Raum vor dem dort zusätzlich aufgestellten Großbildschirm Platz nahm. Dieser lieferte immerhin das passende Bild zum jeweiligen Sprecher-Ton - und stand in dem Raum, in dem die angeblich bessere Luft war.

Da die nachgedacht-Reihe immer dort stattfindet (war heute das erste Mal dort), werde ich beim nächsten Mal früher dort sein und mich strategisch in Fensternähe platzieren, um Sicht & Luft in ein gutes Verhältnis zueinander zu bringen.

Di
13
Mrz
2007

Kinderzentrierte deutsche Eltern
(Rubrik: Ideen_fuer_eine_Zukunft)

"In Frankreich wird weniger Aufhebens um Kinder gemacht. Sie gehören selbstverständlicher dazu. Und es dreht sich nicht alles um sie." Möglich, dass Trotha in seiner Diagnose auf solche Erfahrungen abhebt, wie sie ein Freund, der in Montpellier lebt, in einem Gespräch vor kurzem geäußert hat, in dem er sich über deutsche Eltern auslies, deren geistige Interessen seit der Geburt der Kinder nur mehr um den Nachwuchs kreisen würden. (Quelle: Telepolis: Verkrampfte Perfektionisten)

Auch wenn sich der Autor des Artikels nicht sicher ist, wie zutreffend die These des zitierten Soziologen (Trotha) bezüglich der starken Kinderzentrierung in Deutschland ist, finde ich doch zumindest die Erklärungsansätze sehr lesenswert.

Den Eindruck, daß viele Eltern ihr Hirn komplett abschalten und nur noch an das Kind denken, habe ich nämlich auch viel zu oft. Und am Ende krachts dann doch, weil vor allem die Mütter dabei oft auf der Strecke bleiben.

Sa
3
Mrz
2007

Auch Theologen brauchen nackte Frauen
(Rubrik: Ideen_fuer_eine_Zukunft)

Aufs allererherzlichste begrüße ich auch den Leser von der «Katholischen Universitaet Eichstaett», der sich heute morgen auf meine Seiten verirrt hat.

Das Suchwort in der Google-Bildersuche war «Frau», und meine nackte VGF-Frau war der dazu passende Treffer dafür.

Kein weiterer Kommentar. :-)
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