Konsumtraumata

Mo
17
Sep
2007

Späte Genugtuung - vielleicht
(Rubrik: Konsumtraumata)

Per absolutem Zufall landete ich heute auf der Webseite von Loewe. Unten rechts auf diese Seite war ein roter Warntext, der inhaltlich so nichtssagend war, daß er trotzdem mein Interesse erregte. Und das war gut so, wie sich dann herausstellte.

Er führte mich zu einer Seite mit zwei Texten, der obere davon war dieser:

Für Besitzer von von Loewe Bildröhren-Fernsehgeräten aus den Produktionsjahren 1999 bis 2001 sowie bei Fernsehgeräten der Firma AHB. (Quelle: Loewe-Sicherheitswarnung)

Aufgrund der Ereignisse in jenem September 2001 wußte noch ziemlich genau, daß mein alter Loewe-Röhrenfernseher gerade in einer Werkstatt stand. Und sein Nachfolger wurde im gleichen Monat angeschafft. Definitiv also ein 2001er Gerät, so daß ich mit dem Lesen fortfuhr.

Nach Eingabe von Artikelnummer und Seriennummer wurde mir mitgeteilt, daß mein Gerät betroffen sei und sich nach Eingabe meiner Kontaktdaten dann eine Fachwerkstatt an mich wenden würde.

Toll, dachte ich, wenn ich da nicht zufällig drauf gestossen wäre, wäre mir eventuell schon die Wohnung abgefackelt, denn die Seite enthielt auch einen Überhitzungshinweis mit Hinweis auf eine eventuelle Brandgefahr.

Was mich am meisten daran nervt, ist nicht die Rückrufaktion. Sondern der Fehler an sich. Mein neuer Loewe-Fernseher fiel nämlich bereits nach 13 Monaten (!) aus und zeigte ähnliche Symptome wie sein 10 Jahre alter Vorgänger. Der Händler wollte die dann fällige Reparatur damals nicht umsonst machen (12 Monate Garantie ...), auch wenn er es war, der mir zu einem Neukauf riet, weil die Reparatur des alten Geräts ja soooo teuer gekommen wäre. Bis dahin war es 10 Jahre sauber durchgelaufen, nie Störungen.

Auf dem Reparaturschein stand dann später drauf, daß diverse kalte Lötstellen beseitigt worden wären, was eindeutig auf Mängel bereits bei der Produktion hinweist. Und wenn Loewe heute eine Rückrufaktion am Laufen hat, die Lötnietenprobleme beseitigen soll, komme ich mir nachträglich verarscht vor. Der Fehler wurde nämlich erst ab 2003 an die Werkstätten gemeldet, die ihn bei jeder Reparatur dann automatisch beseitigen sollten, so die Loewe-Webseite.

Mein Händler hat im Herbst 2002 hingegen auf Kulanz zwar nur den halben Preis der Reparatur berechnet, weil es ihm wohl selbst peinlich war - aber blechen durfte ich trotzdem.

Mal gucken, ob ich doch noch späte Genugtuung für diesem damaligen Fehler erlangen kann, denn wenn es der gleiche ist, werde ich meine alte Rechnung zücken.

Putzigerweise habe ich nun wieder die gleiche Situation wie im September 2001 - mein Loewe-Fernseher steht nicht zur Verfügung, aber damals wie heute hat mein aktueller Apple Macintosh einen TV-Empfänger. Damals war es ein Performa 6200 mit Apple-TV-Video-Karte, heute ist es ein Mac Mini 1500 mit einem eyeTV DVB-T-Stick. Mal gucken, ob sich das in fünf Jahren dann wiederholt, wenn ich denn dann noch Loewe-Fernseher haben sollte.

Nachtrag, 21.09.2007, 11:02 Uhr:
Soeben waren zwei Fernsehtechniker hier, haben den Schaden an Ort und Stelle mit einem Lötkolben beseitigt und sind nach 10 Minuten schon wieder weg gewesen. War ein anderer Schaden als der damalige.

Die ganze Aktion war nun echt fix - Montag habe ich das Onlineformular ausgefüllt, gestern kam der Anruf, wann man das bei mir machen könnte, heute tauchten sie schon auf.

Dank des abschließenden Aufrufs des Service-Menüs weiß ich nun, daß mein Fernseher bereits 8.903 Stunden gelaufen ist - er hat einen Betriebsstundenzähler. Laut den Technikern wäre das allerdings nicht sonderlich viel ...

Do
24
Mai
2007

Ausgleichende Konsumgerechtigkeit
(Rubrik: Konsumtraumata)

Von Amazon erreichte mich heute die Lieferung meines neuen Mobiltelefon mit Bluetooth-Fähigkeit. Somit traf es also ein bis zwei Wochen früher ein als zum Zeitpunkt der Bestellung angekündigt.

Dafür geistert die von Hansenet/Alice separat bestellte SIM-Karte noch irgendwo durch Deutschland. Laut Auskunft der Hotline wurde sie letzte Woche leider an meine "Versandadresse" verschickt, welches gemäß dem Hansenet-Computer noch meine Ex-Wohnadresse in Frankfurt ist. Daher solle ich mich noch ein bis zwei Wochen gedulden, bis sie dann endlich bei mir eintreffen würde.

Di
6
Mrz
2007

Saisonale Verwirrung
(Rubrik: Konsumtraumata)

Gestern kaufte ich im Bioladen eine stark im Preis herabgesetzte Packung mit Lebkuchenherzen - Weihnachtsreste-Abverkauf.

Zehn Minuten später kaufte ich Tüten mit Oster-Blätterkrokant im Supermarkt - Vorlauf im Ostergeschäft.

Zuhause merkte ich dann, was ich soeben zusammengekauft hatte - Weihnachten und Ostern lagen da auf einem Haufen.

Wirre Warenwelt, die wollen uns alle fertigmachen, damit wir ganzjährig orientierungslos sind und alles kaufen.

Di
21
Nov
2006

Konsumdämpfer
(Rubrik: Konsumtraumata)

Gestern habe ich in zwei Läden sechs Gegenstände gekauft. Zuhause stellte ich nach dem Auspacken fest, daß bereits zwei Gegenstände Mängel aufwiesen.

Die Korktafel aus dem Büroartikelhandel zeigte neben einem die Stabilität vermindernden 4-mm-Schlitz zwischen Rahmen und Korkplatte noch die freundliche Eigenschaft, kleiner als angegeben zu sein. Ich hatte also statt einer 60x90 cm-Tafel eine 59x89 cm-Tafel angedreht bekommen. Fand der Mitarbeiter im Büroartikelladen heute gar nicht lustig, als ich auf das Mindermaß hinwies, das sichtbar von allen restlichen Tafeln im Lagerregal geteilt wurde. Er schwieg zu dem Thema und gab mir rasch ein Austausch-Tafel, hoffentlich ohne Schlitz.

Vielleicht sollte ich denen mal das Eichamt hinterher schicken - wer permanent zu kleine Ware verkauft, hat vielleicht noch mehr Dreck am Stecken?

Von den zwei elektronischen Zeitschaltuhren aus dem Baumarkt glänzt eine bereits als Totalausfall - das Display ist trotz bereits überschrittener Mindestladezeit für den eingebauten Akku immer noch leer wie ein Blatt Papier.

Die restlichen Produkte funktionieren alle, was aber angesichts ihrer Einfachheit auch ein Wunder wäre, wenn sie es nicht täten.

Zwei von sechs Artikeln - das sind 33,3% Murks. Wie soll sich bitteschön das Konsumklima in Deutschland verbessern, wenn schon ein beliebiger Zufallskauf sowohl Zweifel an der Rechtfertigkeit als auch an der Qualitätskontrolle von Händlern aufkommen läßt? Wenn ich langsam keinem mehr durchgehend vertrauen kann, kann ich es auch irgendwie sein lassen und mich anderweitig behelfen. Viele Artikel sind nicht wirklich notwendig, sie sind nur sehr hilfreich, aber nicht entscheidend.

Den «Geiz ist geil!»-Marketingpfeifen schmettere ich daher ein »Lüg' mich nicht an!» entgegen.

Nachtrag: Die zweite elektronische Zeitschaltuhr ist doch nicht kaputt. Man mußte nur den Resetschalter drücken. Das ist der versenkte Knopf, der aussieht wie eine Kontrolleuchte, also gut zu übersehen ist. Dieses Geheimwissen erfährt man aber nur, wenn man in der an sich gut bebilderten Anleitung den Einleitungstext liest, der in winzigen 1 mm großen Buchstaben gedruckt ist.

Dort steht: «Die "MASTER CLEAR" Taste ist auch dann zu drücken, wenn die die Uhr nicht mehr auf Eingaben reagiert oder nicht mehr läuft.» Aha! Diese digitalen Zeitschaltuhren verhalten sich also schon genauso wie abgestürzte PCs - nach einem Absturz einfach mal einen Reset auslösen. Tolle Technik.

Ich kam übrigens erst darauf, die Anleitung nochmals genauestens zu studieren, weil ich durch das Zwischenschalten eines Leistungsmesser festgestellt hatte, daß durch die Zeitschaltuhr doch Strom verbraucht wurde. Und wer Strom verbraucht, kann nicht ganz kaputt sein, war meine Schlußfolgerung.

Do
26
Okt
2006

Preiswerte Dramen
(Rubrik: Konsumtraumata)

Anhand des Sachgebietes nach ähnlichen Artikeln suchen in:

* Dramen unter 10 EUR
* Dramen unter 15 EUR
* Komödien unter 10 EUR
* Komödien unter 15 EUR
(Quelle: Amazon.de-Webseite)

Obiges bekam ich soeben präsentiert, als ich bei Amazon am Ende einer Seite angekommen war.

Wußte noch gar nicht, daß es Sachgebiete mit Preisangaben gibt - und vor allem möchte ich gerne wissen, worin sich teure und billige Dramen und Komödien voneinander unterscheiden. ;-)

So
22
Okt
2006

Schraubst Du noch, oder fluchst Du schon?
(Rubrik: Konsumtraumata)

Sehr prickelnd, wozu Kostenreduzierung auch bei eigentlich nebensächlichen Bauteilen führen kann.

Ich würge mich gerade mit meinem IVAR-Regal ab, und musste nach Festschrauben der beiden ersten Stützkreuze feststellen, dass IK*A in seiner unendlichen Weisheit in den 90er Jahren irgendwann mal die Länge dieser Bauteile höchstwahrscheinlich verkürzt hat. Unpraktisch für Menschen wie mich, die das Regal damals nach und nach erweitert haben. Und ich habe daher für meine drei Regalabschnitte vier auf den ersten Blick gleich aussehende Stützkreuze - in unterschiedlichen Längen, wie ich seit heute abend weiß.

Merkt man aber erst, wenn man sich zwei gleichlange Teile geschnappt hat, diese eingeschraubt hat, um dann beim Einlegen des ersten Bodens zu merken, dass dieser auf einer Seite übersteht ...

Nachtrag vom 23.10.2006, 20:43 Uhr:
Ein Umzug mit einem größeren IVAR-Konstrukt erfordert archäologische Vorgehensweisen, wie ich soeben feststellen durfte. Nach dem Stützkreuz-Wunder von gestern hatte ich den linken Teil des Regals in Bezug auf sein Stützkreuz im Lot. Dann habe ich das mittlere eben anschrauben wollen - passte nicht mehr in die alten Löcher!

Also habe ich ein Loch neu mittels der Schraube erzeugt. Nun passt plötzlich beim linken Teil oben kein Brett mehr rein, weil - richtig! - es auf einer Seite übersteht.

Konsequenz: beim nächsten Umzug wird jedes Stützkreuz nummeriert, jedes Seitenteil, und jede Loch bekommt sein Stützkreuzloch per fortlaufender Nummer zugewiesen, damit ich beim Aufbau genau das richtige Kreuz am richtigen Seitenteil in der richtigen Länge einschraube, anstatt herumzuexperimentieren.

Fr
10
Mrz
2006

Edle Menschen, eingepfercht
(Rubrik: Konsumtraumata)

Rot. Einfach rot war es - das Absperrband, mit dem gestern Abend Teile der Wandelhalle im Hamburger Hauptbahnhof umzäunt waren. Dazu Teppich, Stehtischchen mit Gläsern und ein Catering-üblicher Freßstand. Ausrichter war Feinkost-Gosch, der schon einen Laden in der Wandelhalle betreibt.

Als ich dieses Gesamtkunstwerk zuerst leer sah, fand ich es nicht auffällig. Eben eines dieser sinnlosen Edel-Freß-Ereignisse, wie sie heutzutage öfters vorkommen. Als ich jedoch später wieder daran vorbeiging, war der rote Edel-Pferch mit mehr oder minder festlich gekleideten Menschen gefüllt. Und da fing es, mir aufzufallen und sogar Spaß zu bringen.

Links und rechts davon (es war in der Halle mittig angelegt) lief der Normalbetrieb weiter, "drinnen" standen redend und trinkend Menschen, fein säuberlich abgetrennt durch das rote Absperrband. Sah aus wie eine Herde, die man in ihren roten Corral getrieben hatte. Richtig putzig sah es dort aus, wo die wegen Überfüllung des Stehkobens draußen stehenden (geladenen?) Menschen mit den drinnen stehenden prosteten. Quasi grenzüberschreitend. Ob eine derartige Fraternisierung mit freien Trinkern überhaupt zulässig war?

Die wichtigste Frage aus meiner Sicht ist allerdings, ob die Getränke wohl anders geschmeckt haben, wenn man innerhalb der roten Absperrung eingepfercht war?

Di
7
Mrz
2006

Ganzjähriges Karnevalswerkzeug
(Rubrik: Konsumtraumata)

Kinners, Hamburg ist kalt. Und gut für Überraschungen.

Stehe ich vorhin im Fotoladen und warte auf einen Digital-Sofortprint und lasse meinen Blick umherirren. Und was sehe ich da? Das Werkzeug für jeden Narren, der nun nicht mehr auf die Karnevalszeit warten muß!

Büttenreden kann man nur zur Karnevalszeit halten - aber mit einer "Büttenschere" kann man endlich auch den Rest des Jahrs lustig sein. Einfach einen putzigen Rand an jedes beliebige Foto schneiden, und schon kann man lustig sein ohne Ende.

Mi
1
Mrz
2006

Discounter sind geizig
(Rubrik: Konsumtraumata)

Wenn es um den Cent geht, kennt wohl die Mehrzahl der Konsumenten hierzulande kein Pardon. Sparen ohne Gewissen, das begründet den Erfolg der Ausbeuter-Discounter von Lidel bis Schlecker. (Quelle: Konsumblog.de: Über die abscheulichen Methoden der Discounter)

Leider zu spät entdeckt, aber immerhin noch den größten Teil davon geguckt. Erbärmlich, was heutzutage mit Arbeitnehmern und vor allem Frauen im Einzelhandel gemacht wird bei solchen Arbeitgebern.

Verschärfen kann ich meinen Kaufboykott bei denen nicht weiter - ich gehe sowieso nicht mehr hin, weil die nichts für mich haben. Es gibt immerhin noch Drogerieketten, die nicht ständig negativ in den Medien auftauchen, oder gar von Vorbestraften geführt werden. Der von mir bereits erwähnten Götz Werner hebt sich erfreulich positiv von diesen gierigen Kapitalistengeiern ab.

Ja, richtig, Anton Schlecker und Frau sind vorbestraft wegen Lohndumping. Milliardenschwer und vorbestraft, da bin ich GEGEN eine Wiedereingliederung, gegen die ich sonst nix habe.

So
5
Feb
2006

Lauter fröhliche Menschen unter der Dusche
(Rubrik: Konsumtraumata)

Es bereitet ein unglaubliches Wasservergnügen. Wasseraustritt durch kleine Perforation. Kann auch vaginal eingesetzt werden. (Quelle: Redbody.net: Anal Dildo mit Duschkopf)

Eigentlich suchte ich nur einen Brausekopf für die Dusche, nachdem der bisherige mir gestern abend herunterfiel und durch einen schönen Riss nun fröhlich undicht ist. Und weil bei ÖBI und Qualle nichts auffindbar war, habe ich mich ins Google-"Vergnügen" gestürzt, um eine Markt- und Preisübersicht zu bekommen.

(via Yatego Online Shop)
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Macsico. Und sonst nix.

Nicht immer objektiv, nicht immer folgerichtig, teilweise sogar vollkommen subjektiv.

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