"Microsoft und Apple besitzen eine stark ausgeprägte Philosophie, die man an ihren Produkten klar ablesen kann", erklärt Rolston. "Für Microsoft ist Technik der Zweck, für Apple nur ein Mittel zum Zweck. Microsoft stellt die Systemarchitektur in den Mittelpunkt. Windows ist ein offenes Gebilde mit unendlichen Optionen zum An- oder Ausbau." Microsoft baue an seinem Labyrinth immer weiter an, setzt Rolston nach, und wage es nie, die Stellschraube zurückzudrehen. Vista ist für ihn das jüngste Beispiel des ausufernden Fortschritts: "Wenn ich ein Programmierer bin, ist das wunderbar, denn ich kann mir eine von Hunderten Lösungen suchen oder selbst schaffen. Bin ich aber ein normaler Nutzer, der etwas auf die einfachste, praktischste Art und Weise erledigen möchte, werde ich vor den Kopf gestoßen." (Quelle:
brand eins 4/2007 - Die Schnittstelle, auch verfügbar als hübsches
PDF, Hervorhebung durch mich)
So empfinde ich es auch - es ist ein Labyrinth. Und sie verbessern es nicht, nein, sie bauen es noch aus.
Schönes Beispiel dafür war mein MS Office 2003-Update (für Windows) vom Mittwoch. Meine Datenbankprogrammierung in Access zeigte mir etwas an, was ich für einen Fehler des Programms hielt. Fehler beseitigt man durch Updates, so mein Gedanke. Ich war bis zu diesem Zeitpunkt davon ausgegangen, daß mir der Händler die jeweils
neueste verfügbare Version verkauft hatte - bei Apple bekommt man immer die jeweils neueste Version geliefert, also dachte ich, daß es bei Microsoft-Produkten auch so wäre.
Umso größer war mein Erstaunen, als die Suche nach Updates ergab, daß ich insgesamt 80 MB davon herunterladen sollte, die teilweise schon 1-2 Jahre alt waren. Nachdem dieses System mich sogar schon angeifert, daß ich meinen Desktop nicht aufräume, hält es wochenlang die Klappe, wenn wichtige, ältere Sicherheitsupdates fehlen (länger besitze ich Office 2003 noch nicht)?!?
Der Weg zu diesen Updates war Microsoft-typisch. Aus dem Programm wurde die Office-Webseite aufgerufen, die mir als erstes mitteilte, daß ich eine ActiveX-Komponente herunterladen müsste. Habe ich erlaubt. Dann wurde mir mitgeteilt, daß ich noch eine weitere ActiveX-Komponente herunterladen müßte. Habe ich auch erlaubt. Dann kam eine wundervoll unübersichtliche Webseite, die mir mindestens 10 verschiedene Möglichkeiten anbot, einige davon sogar mit großen Buchstaben. Die nahm ich dann.
Der Gipfel der Frechheit war der zusätzliche Hinweis, daß ich doch alles über die Windows-Update-Seite in einem Rutsch erledigen lassen könnte. Der Klick auf der Office-Seite schickte mich zur Windows-Update-Seite, die mich zur Office-Seite schickte, welche mich zur Windows-Update-Seite schickte ... you name it.
Microsoft sollte mal wieder abkupfern - bei Apple. Apples eingebautes Software-Update ist ein lokales Programm, braucht keinen zusätzlichen Download mittels des sicherheitsgefährdeten Internet Explorers und bietet mir genau das an, was gerade bei mir an Updates fällig ist. Alles einfach & gut verständlich, und kein Myriaden an Möglichkeiten.
Das interessante daran ist, daß Updates beim Microsoft-Office 2004 für den Macintosh genauso einfach sind. Eine Update-Komponente von Microsoft kümmert sich um alles, und fertig. Und selbst wenn ich diese nicht nutze, ist es einfach und übersichtlich, die Updates zu bekommen und laufen zu lassen.
Geht also doch - wenn man die richtigen Leute im Unternehmen damit beauftragt, liebe Microschufties.
Eine Stunde später wußte ich übrigens, daß ich in Access einen Kopierfehler gemacht hatte und das Programm zurecht anders als erwartet reagiert hatte. Aber könnte es das einfach mal
mitteilen, anstatt einfach nur stillschweigend & unverständlich die Regie zu übernehmen? Jeden Winz-Änderung wird mit Glocken & Schalmeien angezeigt, aber wirkliche Probleme werden einfach übergangen.
Um zurück zu kommen auf den eingangs zitierten Artikel - bitte ganz lesen, es stecken viele köstliche Vergleiche darin, den ich voll und ganz zustimmen kann.
(Zitat via
Mac-Essentials)