Verhältnisse und Verhältnismäßigkeit
(Rubrik: Schatten_der_Vergangenheit)
Am Sonntagabend hatten 500 Soldaten vor rund 3000 Gästen ihr Rekrutengelöbnis am Parlamentsgebäude abgelegt. Der Ort war von 1800 Polizisten weiträumig abgesperrt worden. Zwei Gegendemonstrationen mit mehreren hundert Teilnehmern konnten nur bis auf einige hundert Meter an die Veranstaltung herankommen. (Quelle: Hamburger Abendblatt: Gegner des Bundeswehr-Gelöbnisses festgenommen)
Basierend auf der Angabe "mehreren hundert Teilnehmer" habe ich mal grob 300 Demonstranten angesetzt. Somit ergeben sich folgende Summen und Verhältnisse:
500 + 3.000 + 1.800 = 5.300 (Befürworter des Gelöbnisses)
5.300 / 300 = 17,666667 (Befürworter pro Demo-Teilnehmer)
1.800 / 300 = 6,0 (Polizisten pro Demo-Teilnehmer)
Wenn ich mir die Verhältnisse so anschaue, frage ich mich, ob da jemand auf Seiten der Polizeinsatzplanung richtig Angst hatte - oder ob die Anzahl der Demonstranten schlicht und einfach maßlos überschätzt wurde? Da hätte man ja jedem Demonstranten quasi seine eigene 6-Personen-Leibgarde zuteilen können bei den Mengenverhältnissen. Auch die Anzahl der Befürworter übersteigt deutlich die Anzahl der Demonstranten. Sieht einfach nach zuviel Aufwand für zuwenig Protestierer aus.
Auf alle Fälle ist mal wieder unser Geld verschleudert worden - für einen symbolischen Akt, dessen Fragwürdigkeit für mich mehr als gegeben ist. Für ein Gelöbnis, das man deutlich kleiner auf einem Kasernenhof hätte durchziehen können, hätte man nicht so ein Bohei daraus machen sollen.
Außerdem halte ich es für unpassend, den 20. Juli 1944 als Anlass zu nehmen, ein Soldaten-Gelöbnis vor dem Reichstag zu zelebrieren. Klar hat der damalige Widerstand an dem Tag endlich Flagge gezeigt. Aber es waren auch und gerade Soldaten, die Hitler überhaupt erst soweit kommen ließen. Die Wehrmachts-Ausstellungen, die in den letzten Jahren überall angefeindet wurden, räumten endlich nachweislich mit dem Mythos des sauberen deutschen Soldatentums auf.
Unpassend, einfach unpassend.
Basierend auf der Angabe "mehreren hundert Teilnehmer" habe ich mal grob 300 Demonstranten angesetzt. Somit ergeben sich folgende Summen und Verhältnisse:
500 + 3.000 + 1.800 = 5.300 (Befürworter des Gelöbnisses)
5.300 / 300 = 17,666667 (Befürworter pro Demo-Teilnehmer)
1.800 / 300 = 6,0 (Polizisten pro Demo-Teilnehmer)
Wenn ich mir die Verhältnisse so anschaue, frage ich mich, ob da jemand auf Seiten der Polizeinsatzplanung richtig Angst hatte - oder ob die Anzahl der Demonstranten schlicht und einfach maßlos überschätzt wurde? Da hätte man ja jedem Demonstranten quasi seine eigene 6-Personen-Leibgarde zuteilen können bei den Mengenverhältnissen. Auch die Anzahl der Befürworter übersteigt deutlich die Anzahl der Demonstranten. Sieht einfach nach zuviel Aufwand für zuwenig Protestierer aus.
Auf alle Fälle ist mal wieder unser Geld verschleudert worden - für einen symbolischen Akt, dessen Fragwürdigkeit für mich mehr als gegeben ist. Für ein Gelöbnis, das man deutlich kleiner auf einem Kasernenhof hätte durchziehen können, hätte man nicht so ein Bohei daraus machen sollen.
Außerdem halte ich es für unpassend, den 20. Juli 1944 als Anlass zu nehmen, ein Soldaten-Gelöbnis vor dem Reichstag zu zelebrieren. Klar hat der damalige Widerstand an dem Tag endlich Flagge gezeigt. Aber es waren auch und gerade Soldaten, die Hitler überhaupt erst soweit kommen ließen. Die Wehrmachts-Ausstellungen, die in den letzten Jahren überall angefeindet wurden, räumten endlich nachweislich mit dem Mythos des sauberen deutschen Soldatentums auf.
Unpassend, einfach unpassend.
Macsico - Mo, 21. Jul 2008, 13:03 - in: Schatten_der_Vergangenheit
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