Technologiefolgen

Fr
11
Jul
2008

Not clever and not smart
(Rubrik: Technologiefolgen)

Calling your wife at home by using your internet enabled smartphone is not very smart if you ask her to look at the internet to tell you the next available train because your current train is delayed.

Langform:
Wenn ein Geschäftsreisender offensichtlich eines der sogenannten Smartphones besitzt, mit denen man im Internet selbst die Anschlußzüge nachlesen könnte und er in einem verspäteten Zug sitzt - warum zum Geier ruft er dann zuhause an, damit seine Frau "mal eben" im Internet nachschauen soll, wann er den nächsten Anschluss hätte?

Ich bleibe dabei - wer als vielreisender Zugfahrer und Smartphone-Benutzer keinen DB-Railnavigator darauf laufen hat, braucht auch kein Smartphone und kann auch mit einer Einfach-Gurke leben. ;-)

Fr
27
Jun
2008

Der frühe Flieger fängt den Traum
(Rubrik: Technologiefolgen)

Sanierungsarbeiten an den Pisten des Hamburger Flughafens

Wichtiger Hinweis: In der Zeit vom 23.6.2008 bis einschließlich 29.6.2008 muss die Bahn I des Hamburger Flughafens (Rwy 05/23) wegen dringender Sanierungsarbeiten komplett für den Flugverkehr gesperrt werden. In dieser Woche wird der Flugverkehr auch über die üblicherweise gesperrte An-/Abflugrichtung Alsterdorf/Hamm abgewickelt.
(Quelle: Stadt Hamburg: Sanierungsarbeiten an den Pisten des Hamburger Flughafens)

Am Mittwoch dieser Woche hat mich die erste landende Maschine um kurz nach 6 Uhr morgens aus dem Bett gehauen und mir den Traum gestört. Es ging dann in 3-4 Minuten-Takt weiter, so daß ich den auf 6:40 Uhr gestellten Radiowecker gar nicht mehr brauchte. Seitdem kracht und dröhnt es hier in einer Tour, nur selten, daß da mal eine längere Pause entsteht.

Obige Meldung entdeckte ich allerdings erst, als mir heute morgen der Kragen platzte und ich mich auf die Suche machte. Die selten genutzte Flugstraßen-Ausweichroute, unter der ich wohne, war bisher nicht so oft belastet, da sie nur bei widrigen Windverhältnissen aktiviert wird, oft nur für Stunden, selten für ganze Tage, nie für mehrere Tage am Stück. Diese grundsätzliche Belastung wiederum entdeckte ich letztes Jahr aber erst, nachdem ich eines Morgens plötzlich die landenden Flugzeuge im Tiefflug aus meinem Schlafzimmerfenster sehen (und hören) konnte. Bei meinem Einzug 8 Monate vorher war ich nämlich noch von einem fluglärmfreien Stadtteil ausgegangen ...

Wenn man sich mal die Statistik der Fluglärmbeschwerden für den Flughafen Hamburg anschaut, fällt deren recht niedrige Anzahl auf - knapp 3.400 Stück gab es in 2007 für ganz Hamburg. Eingedenk meiner damaligen eigenen Erfahrungen in Frankfurt führe ich diese recht niedrige Beschwerdeanzahl aber nicht ausschließlich auf die geringere Anzahl von Flugbewegungen im Vergleich zu Frankfurt zurück. Ich tendiere eher dazu, daß die technisch gut organisierten hessischen Fluglärmgegner mit dem ProFutura-System dem genervten Bürger den einfacheren Beschwerde-Weg ermöglicht haben, der in Hamburg noch fehlt.

Denn wenn man nicht erst formvollendete Briefe aufsetzen muss, sondern einfach mit wenigen Mausklicks eine vollständige, formgerechte Fluglärm-Beschwerde online absetzen kann, ist die Hürde für den geschädigten Bürger deutlich niedriger, auch aktiv zu werden. Übrigens hat die von Politikern gern beklagte Politikverdrossenheit oft damit zu tun, daß der Bürger den Eindruck hat, er würde nicht gehört werden. Das ProFutura-System ermöglicht dem Bürger nach meiner Ansicht eine sehr direkte Rückmeldung, was er von den Ergebnissen der Politik hält.

Mit Freuden habe ich übrigens eben gerade der ProFutura-Startseite entnommen, daß man daran arbeitet, das System auch für andere Flughäfen nutzbar zu machen:

Im Juli 2007 wurden bei ProFutura 104.828 Fluglärmbeschwerden eingegeben, die an den Frankfurter Flughafen und an den Hessichen Fluglärmschutzbeauftragten zur Bearbeitung weitergeleitet wurden.
Eine Eingabemöglichkeit von Fluglärmbeschwerden für andere Flughäfen ist in Vorbereitung.
(Quelle: ProFutura-Startseite)

Man vergleiche bei dieser Gelegenheit mal die Zahlen:
- Hamburg: 3.400 Beschwerden im ganzen Jahr 2007 - ohne Online-System
- Frankfurt: 104.828 Beschwerden nur im Juli 2007 - mit Online-System

Ich erwarte daher für den Hamburger Flughafen bald ganz andere Beschwerde-Dimensionen, sobald die hessische "Entwicklungshilfe" dann aktiv geworden ist. ;-)

Do
1
Mai
2008

Uhrzeitliches
(Rubrik: Technologiefolgen)

In der großen Sammlung von unterwegs aufgenommenen Sprachnotizen auf meinem Handy fanden sich heute zwei nette Kleinigkeiten, die ich bisher nicht im Zusammenhang gehört hatte. Aber zusammen betrachtet lassen sie mich ins Grübeln kommen.

Notiz 1
Mittwochs, 10:15 Uhr in Freiburg: die Apothekenuhr zeigt 10:30 Uhr, die Kirchturmuhr 9:12 Uhr. Mittwochs, 10:15 Uhr in Freiburg

Notiz 2
Eben im Regionalexpress Frankfurt-Siegen: Datumsanzeige 03.12.2027, 18:31 Uhr - es ist aber eigentlich der 18.04.2008, 18:31


Ist das ein kleines Zeichen für den Niedergang einer hochtechnisierten Kultur, wenn sie verstärkt Probleme hat, die korrekte Uhrzeit auf öffentlichen Uhren anzuzeigen?

Di
11
Mrz
2008

Keine Bettelei
(Rubrik: Technologiefolgen)

Wenn man abends in Freiburg im Breisgau durch die Straßen irrt und fremde Menschen um Kleingeld anfleht, muss man nicht zwangsläufig ein Bettler sein.

Man kann auch Kunde eines Waschsalons sein, dessen altertümliche Münzprüfer nur 50-Cent-Stücke und 1-Euro-Münzen akzeptieren. Der an der Wand hängende Geldwechsler schluckte nur 10- und 20-Euro-Scheine, warf ausschließlich 1-Euro-Stücke aus - und keine 50-Cent-Münzen.

50-Cent-Münzen braucht man aber, um dem schwer veralteten Waschmittelspender ein Becherchen mit Waschmittel zu entlocken, nachdem man mehrfach dagegen gedonnert hat, damit die Münzen auch mal runterkullern im Gerät.

Zu guter Letzt hat der Drucktasten-gesteuerte Trockner sich auch noch an meiner Wäschemenge aufgehängt, so daß ich um 22:10 Uhr (10 Minuten nach der Schließungszeit) höflich rauskomplimentiert wurde, nachdem das Teil mehr als 45 Minuten rödelte, ohne alles trocken zu bekommen.

Wanderer, kommst Du nach Freiburg, dann mache einen großen Bogen um die örtlichen Waschsalons. Entweder haben sie am Sonntag zu (zwei Stück), oder sie haben abends zu (einer), oder sie entspringen der Steinzeit und wirken schäbig (obiger).

Mo
25
Feb
2008

Halbhirn in Geräteform
(Rubrik: Technologiefolgen)

Multifunktionsgeräte von Brother können auch teilweise ausfallen und trotzdem voll funktionsfähig erscheinen.

Das war die abendliche Erkenntnis nach 1,5-stündigem Suchen, warum ein MF240C zwar kopieren und faxen kann, aber nicht drucken oder scannen. Der ursprünglich im Verdacht befindliche Treiber fiel als Täter aus, nachdem das Gerät nichtmal am USB-Bus sichtbar war.

Nachdem der computerseitige USB-Anschluß durch ein zweites Gerät als funktionierend verifiziert werden konnte, blieb nur noch das USB-Kabel und der USB-Anschluß am Gerät selbst als Verursacher übrig. Das Kabel war auf Nachfrage höchstens drei bis vier Male in den letzten Wochen umgesteckt worden, da USB-Port-Mangel am Computer herrschte. Kabelbruch war also eigentlich sehr unwahrscheinlich. Blieb das Gerät selbst - Reparaturfall?

Und dann bimmelte es mir. Mir fiel der schöne Satz ein, den ich durchaus schon mal in Gegenwart des Gerätebesitzers geäußert hatte: "Have you tried turning it off and on again?" Ich hatte vor einiger Zeit von der Serie "The IT-Crowd" erzählt und eben genau diesen Satz als running gag erwähnt.

Das wurde verneint - da das Gerät durch den Fax-Betrieb ständig angeschaltet war, war es noch nie seit seiner Inbetriebnahme im September (durch mich selbst) ausgeschaltet gewesen, da Sorge bestand, das Gerät würde alle Fax-Einstellungen verlieren wie konventionelle Faxgeräte. Der Computer selbst war eingedenk der obigen Frage durchaus komplett aus- und wieder eingeschaltet worden, aber nicht das Multifunktionsgerät.

Nach kurzer Abwägung zwischen Chancen, Risiken und Kosten wurde einfach der Stecker des Brother-Geräts gezogen.

Gewartet.

Neu eingesteckt.

Alles lief wieder.

Brother ist also in der Lage, ein Gerät mit mehreren Funktionen einen nur teilweisen Betrieb zu ermöglichen, ohne daß irgendwo eine Fehlermeldung über nicht funktionierende Subsysteme angezeigt wird. Das Handbuch erwähnte nicht mal den Fall, wie man das Gerät ausschaltet.

Wieder was dazugelernt. Obwohl es im Grunde meinem abgestürzten Nokia 6021 gleicht, wenn mal wieder ein J2SE (Java-) Programm abgesemmelt ist, das man nur durch komplettes Abschalten des Gerätes am weiteren Amoklauf hindern kann.

So
17
Feb
2008

Alles aus einer Hand - haha (Update 2)
(Rubrik: Technologiefolgen)

Spielteilnehmergeräte:
  • neuer PC, gekauft in einer bekannten PC-Filialkette
  • Microsoft Windows Vista, 64-bit-Version
  • Falk Navigationsgerät E30, läuft unter Windows Mobile
  • Falk Software zum Einspielen neuer Karten auf Navigationsgerät
  • ältere Spezialsoftware auf CD-ROM

Spielverlauf:
  1. Mitspieler 1 (nicht der Blog-Autor) agiert als Kaufhelfer und lässt sich unbesehen Vista-64 andrehen, spielt dieses auf
  2. Mitspieler 2 (PC-Besitzerin) benutzt zwei Wochen PC mit Standard-Programmen, die sauber laufen
  3. Mitspieler 3 (icke) wird nach zwei Wochen gebeten, auf Navigationsgerät ein Kartenupdate einzuspielen
  4. Mitspieler 3 wundert sich, warum Navi nur von Vista erkannt wird, aber nicht von der Falk-Software
  5. Mitspieler 3 entdeckt, daß Falk-Navi unter Windows Mobile läuft
  6. Mitspieler 3 entdeckt, daß Falk weder im Handbuch noch in der Hilfe eine Troubleshooting-Sektion hat, da mit Windows Mobile vermutlich keine Fehler mehr auftauchen können
  7. Mitspieler 3 beendet den Versuch mit der Falk-Software
  8. Mitspieler 3 stellt nach der Installation der älteren Spezialsoftware fest, daß sich diese stets mit einer schwer verständlichen Fehlermeldung bezüglich 32- und 64-Bit-Kompatibilität nicht starten lässt
  9. Mitspieler 3 recherchiert im WWW, daß diese Software sowohl mit XP-64 als auch Vista-64 nicht kompatibel ist
  10. Mitspieler 2 teilt nun erstmalig mit, daß nicht Vista-32, sondern Vista-64 installiert wurde durch Mitspieler 1
  11. Mitspieler 3 bittet um die Installations-DVD, um Vista-32 aufzuspielen
  12. Mitspieler 2 überreicht alle beim PC-Kauf mitgelieferten Datenträger
  13. Mitspieler 3 entdeckt, daß Vista-DVD nur 64-Bit-Version enthält, und daß die Recovery-CD eine fälschliche ausgelieferte Systemverkäufer-Version enhält, die zur Vorkonfektionierung von Kauf-PCs dient
  14. Mitspieler 3 bricht jegliche Versuche ab und verweist Mitspieler 2 auf den PC-Laden, wo ein Umtausch von Vista-64 auf Vista-32 vollzogen werden soll. Nur so besteht nach seiner Ansicht eine Chance, sowohl das Falk-Gerät als auch die ältere Software überhaupt zum Laufen zu bringen, da 64-Bit-Gerätetreiber nach wie vor nur für wenige Geräte verfügbar sind.

Spielergebnis:
  • PC-Fachverkäufer drehen einem Betriebssystem mit geringer Treiberunterstützung an, wenn man nicht genau aufpasst
  • Falk scheint noch nie was von Vista-64 gehört zu haben
  • Spezialsoftware-Hersteller fangen Jahre nach der Einführung von XP endlich an, systemkonforme Programme anzukündigen, die ohne Admin-Rechte laufen
  • Vistas UAC textet einen zu
  • Windows ist nur eine Klassenbezeichnung für Produkte aus dem Hause Microsoft, aber keine Garantie dafür, daß alles zusammen läuft oder passt


Nachtrag, 19.02.2008, 14:26 Uhr:
  • Mitspieler 2 hat Vista-64 im PC-Fachgeschäft erfolgreich gegen XP-32 umgetauscht, obwohl die Verpackung bereits geöffnet war. Mitspieler 2 setzte dabei auf die Spielmethode "lautes und deutliches Zusammenscheißen".
  • Mitspieler 3 geht heute abend in die zweite Runde mit dem Falk Navigationsgerät und der älteren Spezialsoftware
  • Mitspieler 3 dankt Mitspieler 4 nebenbei für das Plattmachen von Vista-64 und Aufspielen von XP-32


Nachtrag, 20.02.2008, 00:15 Uhr:
  • Mitspieler 3 schaut der Falk-Software abends dabei zu, wie sie unter XP-32 eine Bilderbuchinstallation durchführt, die Buchstabe für Buchstabe dem gedruckten Handbuch entspricht. Falk kennt also XP-32.
  • Mitspieler 3 spendiert der älteren Spezialsoftware ein Update und diese läuft umgehend einwandfrei.
  • Mitspieler 3 entzieht nach allerlei anderem Kleinkram dem XP-Benutzerkonto als letzten Schritt die Admin-Rechte und erzeugt ein zweites Konto mit Admin-Rechten. Mitspieler 2 wird eingehend über Sinn und Zweck dieser Kontentrennung informiert.
  • Mitspieler 2 startet die ältere Spezialsoftware - so zumindest die Idee. Nicht passiert.
  • Mitspieler 3 schlägt vor, die Software mittels "Ausführen als ..." unter Benutzung des Administrator-Kontos zu starten
  • Mitspieler 2 und 3 schauen der Software zu, wie sie ähnlich schnell wie eine Fliege auf einem Fliegenpapier über den Bildschirm kriecht.
  • Mitspieler 2 wundert sich lautstark, daß es noch nie so langsam gewesen wäre.
  • Mitspieler 2 wagt den Gegentest und startet das Programm nach Anmeldung am Admin-Konto.
  • Mitspieler 2 und 3 müssen das Fliegenpapier-Verhalten auch im Admin-Konto ertragen.
  • Mitspieler 2 und 3 beenden die abendliche Spielrunde und vertagen sich für die Restarbeiten. Der Hersteller der Spezialsoftware wird mit allerlei Flüchen bis ins dritte Glied belegt.

Do
14
Feb
2008

Gut zu wissen: kostenlose Alice-Störungshotline
(Rubrik: Technologiefolgen)

Bei Störungen Ihres Alice Telefonanschlusses:

Tel.: 0800 5 251378 (kostenfrei)
Hier erhalten Sie ausschließlich Hilfe zu Störungen Ihres Alice Telefonanschlusses - für alle anderen Themen kontaktieren Sie bitte die Alice Kundenbetreuung unter der Telefonnummer 01805 56 56.
(Quelle: Alice-Kundencenter, Hilfedokument)

Obiges stammt aus der Alice-Hilfe, welche über das Online-Kundencenter erreichbar ist. Entdeckt habe ich es aber nur, als es mir ein Promoter gestern in einem Supermarkt verraten hat. Und verraten hat er es mir nur, weil ich bereits der zweite Kunde war, der im Vorbeigehen sagte, wie schlecht doch der Service bei Alice wäre ...

Do
6
Dez
2007

Unvergesslicher Moment (IT people only) - Update 1
(Rubrik: Technologiefolgen)

Einer solcher Momente trat vorhin für mich in einer Sparda-Filiale hier in Hamburg ein.

Der linke Geldautomat war ausgefallen, so daß sich vor dem rechten Gerät eine Schlange gebildet hatte. Nebenan werkelte eine Bankangestellte an einem Kunden-Tresen. Hm, dachte ich, der ist wohl ernsthaft kaputt, wenn sie einfach so weitermacht, ohne sich um das Gerät zu kümmern?

Nach Beschäftigung mit einer Kundin schritt sie aber doch zur Tat - und schob das nur ganz leicht herausgezogene Vorderteil des linken Automaten wieder zurück nach hinten, so daß es nun hörbar einrastete. Auf dem Bildschirm war bis dato zu lesen, daß der Automat leider ausgefallen sei und daher nicht verfügbar wäre.

Prompt tauchten erst das Windows-XP-Startmenü und diverse anderen schnell durchlaufenden Dialog-Boxen im Luna-Stil auf. Und dann startete der ganzen Geldautomat neu - mit BIOS-Screen, weissem Fortschrittsbalken und darauf folgendem XP-Startscreen.

Ich kam in meiner Schlange währenddessen immer dichter heran. Man konnte der Geldautomaten-Software dabei zuschauen, was noch alles so durchlief. Dann erreichte sie einen Punkt, der schon recht ähnlich wie eine Geldautomatenoberfläche aussah, wobei sie unter Anzeige eines Wincor-Nixdorf-Logos darauf verwies, daß man bitte noch warten müsste.

Und dann kam der bewußte Moment - der Automat teilte zum zweiten Mal mit, daß er leider ausgefallen wäre. Im gleiche Moment schallte mir aus meinen iPod-Kopfhörern das Lied "Feinde greifen an" (Captain Future OST: iTunes-Link) entgegen.

Der Mac-Benutzer in mir kam wegen des einfach nicht aus dem Quark kommenden XP-Geldautomaten in Kombination mit obiger Musik plötzlich aus dem Grinsen nicht mehr heraus. Und wer mich persönlich kennt, kann ermessen, was das für ein Hochgefühl war. ;-)

Nachtrag, 06.12.2007, 18:52 Uhr:
Ich konnte es mir nicht verkneifen, mich weiter mit dem XP-Einsatz in Wincor-Nixdorf-Geräten zu befassen. Dabei fand ich auch diese Pressemitteilung, in der die Zusammenarbeit mit Microsoft nun auch auf dem Bankensektor hochgejubelt wurde. Mir hingegen wird ganz schlecht, daß einer der größten Geldautomatenhersteller sein Vertrauen in "Windows XP embedded" gesetzt hat.

Mir ist nämlich nachträglich eingefallen, daß ich mittlerweile immer öfters auf abgestürzte Windows-Automaten und Windows-Kassen stoße, die sich scheinbar wie ein Virus ausgebreitet haben - still, heimlich und leise.

Auch die Deutsche Bahn scheint im großen Stil auf Windows-Automaten umgestiegen zu sein - dort habe ich bisher noch die meisten Abstürze von Fahrkartenautomaten mit offensichtlichem Windows-Innenleben mitbekommen. Und so ein unzuverlässiges System soll nun im Bankenbereich stabil funktionieren?

Das kann noch lustig werden, je mehr dieser "preiswerten" System zum Einsatz kommen werden ...

Fr
16
Nov
2007

Öffentliche EDV-Sicherheit ist machbar - haha
(Rubrik: Technologiefolgen)

Meldung 1:
Wie das Hamburger Abendblatt in seiner heutigen Ausgabe berichtet, haben sich die Vorsitzenden der drei in der Bürgerschaft vertretenen Parteien CDU, SPD und GAL in der vergangenen Nacht darauf verständigt, dass das elektronische Stimmerfassungssystem zur Bürgerschaftswahl am 24. Februar 2008 überhaupt nicht eingesetzt wird – auch nicht als Zählhilfe zur Unterstützung der manuellen Auszählung. (Quelle: Heise online: Aus für den digitalen Wahlstift)

Meldung 2:
Kontodaten, Adressen, die Inhalte von E-Mails und vertraulicher Behördenpost: Derartig hochsensible Daten und Informationen über Bürger in Schleswig-Holstein und Hamburg sind offensichtlich jahrelang nicht effektiv gegen illegale Zugriffe geschützt gewesen. Recherchen des Hamburger Datenschutzbeauftragten Hartmut Lubomierski haben jetzt im behördeninternen Computernetz der beiden Bundesländer gravierende Sicherheitslücken offenbart. Bis vor wenigen Tagen war es demnach möglich, von den etwa 33 000 Computerarbeitsplätzen unerlaubt auf andere Rechner in der Verwaltung zuzugreifen. (Quelle: Hamburger Abendblatt: Computerexperte knackte Behörden-Software)

Dieser kleine Kommentar bei Heise Online machte mich auf die gewisse zeitliche Übereinstimmung bei obigen Ereignissen aufmerksam. Zumal beides in Hamburg passierte, beides betrifft EDV-Technik, beides dürfte im Zuständigkeitsbereich der gleichen technischen Verantwortlichen liegen.

Wenn also das eine schon nicht sicher und stabil läuft (EDV-Netz), wie soll dann das andere (Wahlstift) jemals erfolgreich werden in solch einem Umfeld? Dem Einwand des Senatssprechers, daß der Angriff ja nicht von außen möglich gewesen wäre, kann man durch geschicktes Social Engineering begegnen, daß immer greift, wenn alle anderen Stricke reißen sollten.

Und solch unfähigen Leute sollen wir eine Vorratsdatenspeicherung erlauben? Das mittlerweile bekannte Darmstädter Polizeipräsidium glänzte ja auch in den letzten Wochen wieder mit gesteigerter technischer Kompetenz.

Den Schaden, der zukünftig dank der VDS durch unfähige Behördenmitarbeiter angerichtet werden kann, schätze ich mittlerweile höher ein als die Folgen von durch Terroristen möglicherweise verübten Anschläge.

Diese können meistens nur punktuelle Angriffe ausführen, aber wir legen gerade die Grundlage dafür, uns selbst auf einen Schlag schachmatt zu setzen.

So
26
Aug
2007

Wenn alte Tricks versagen
(Rubrik: Technologiefolgen)

Wie war es früher? Man verlegte sein Mobiltelefon irgendwo in der Wohnung, und hat sich selbst angerufen, damit man durch das laute Klingeln zum vergessenen Ablageort geleitet wird.

Wie ist es heute? Anders, sehr anders.

Gestern Abend habe suchte ich mein neues Mobiltelefon, das kurz zuvor noch auf dem Schreibtisch gelegen hatte. Rannte durchs Wohnzimmer, schaute in der Küche und im Schlafzimmer nach - nichts!

Also werde ich mich wie früher selbst anrufen, so zumindest die Idee. Ich ließ es einmal, zweimal klingeln, bevor ich merkte, daß ich damit nicht ins Ziel gehen würde. Ich hörte einfach nichts - Mist! Das neue Gerät ist nämlich auf die Reihenfolge "Vibrationsalarm, dann anschwellendes Tonsignal" eingestellt, so daß relativ zügig die Mobilbox drangehen würde, bevor ich das Klingeln hören würde. Also legte ich wieder auf. Und dann kam mir der Zufall zur Hilfe.

Dieses Gerät war nämlich noch mit meinem Mac Mini via Bluetooth gekoppelt. Somit poppte plötzlich am Bildschirm ein Fenster auf, welches mit mitteilte, daß ein Anrufer meines Namens anrufen würde (Zustand, nachdem Anrufer aufgelegt hat):

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Ich staunte kurz, lachte, klickte das Dialogfenster weg und überlegte. Die Bluetooth-Funktechnik hat nämlich je nach verbauter Geräteklasse nur eine geringe Reichweite, welche zusätzlich durch Mauern und ähnliches verringert wird. Also konnte mein Suchsel nicht weit entfernt sein, da es noch eine Verbindung mit meinem Mac Mini aufgenommen hatte.

Ich lief nochmals ins angrenzende Schlafzimmer, schaute mich um - wieder nichts. Und dann ging ich ins nächste Zimmer, was via Flur zu erreichen war, bei mir also das Badezimmer. Und da lag das Gerätchen dann auf der Ablage vor dem Spiegel, und ich lachte laut los. Da ich einen dringenden Anruf erwartete, hatte ich es kurz vorher ins Bad mitgenommen, und dort einfach vergessen.

Insgesamt hat also der alte Klingel-Trick aus verschiedenen Gründen nicht mehr funktioniert, aber der neue Bluetooth-Trick hat auf Umwegen auch ins Ziel geführt. Vor allem sehr lustig - mein Blick, als am Bildschirm einfach ein Fenster aufpoppte, hätte ich gerne gesehen.
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Macsico. Und sonst nix.

Nicht immer objektiv, nicht immer folgerichtig, teilweise sogar vollkommen subjektiv.

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