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(Quelle: Email-Spam an eine meiner Firmen-Email-Adressen)
Von Zeit zu Zeit sichte ich auf meinen diversen Email-Adressen immer mal wieder die Spam-Verdachts-Ordner. Dabei ist mir durch pures Überfliegen der Massen von Emails aufgefallen, dass Spammer einige nicht ganz unkluge Taktiken verfolgen, um die Erfolgswahrscheinlichkeit zu erhöhen, daß doch mal jemand auf die dusseligen Links in ihren Emails klickt.
So wird die Email-Adresse zu diesem Weblog gerne auch mal mit spanischsprachigen Spams beworfen, da mein Blogname zumindest eine Verbindung zu spanischsprachigen Ländern zulässt. Da die Latinos in den USA aber wiederum auch Englisch sprechen, kommen englischsprachige Spams auch sehr häufig vor. Gar nicht mal so dumm, die Spammer, sie haben begriffen, daß ihr Spam von Menschen erstmal verstanden werden muss, damit es überhaupt bei den wenigen Verirrten zum erwünschten Klick kommt.
Wohl aus diesem Grunde erhält die Info-Adresse meiner Firmen-Domain immer nur deutschsprachigen Spam, was im Rahmen der von mir betriebenen .DE-Domain ja durchaus klug ist - wer eine .DE-Domain betreibt, spricht sogar mit höherer Wahrscheinlichkeit Deutsch, als man es einem einfachen Email-Empfänger unterstellen kann. Außerdem wird grundsätzlich nur der "Administrator" angeschrieben, was im Rahmen der üblichen betrieblichen Organisationstrukturen für eine info@-Adresse auch durchaus sinnig ist. So weit, so clever.
Wie man dann aber bei aller Spammer-Cleverness auf so einen Textmüll wie im obigen Beispiel kommt, ist mir daher dann doch schleierhaft. Nicht daß ich übertriebene Erwartungen an einen Spammer-Werbetext habe - aber das Teil da oben schlägt dem Fass den Boden aus. In einem so kurzen Text bereits soviele Fehler zu produzieren, daß es in einem durchschnittlichen Leser einfach nur Schmerzen/Gelächter/Fremdschämen auslöst, ist schonmal eine reife Leistung. Außer dem Satzendepunkt scheinen auch keine weiteren Satzzeichen wie Bindestriche, Kommas oder Anführungstriche bekannt zu sein.
Einerseits wird ausführlich mit Komposita-Bildung gearbeitet, um sie dann andererseits wiederum nicht wirklich zu beherrschen. Das riecht verdächtig nach einem Opfer der
reformierten deutschen Rechtschreibreform, welches sich hier ausgetobt hat. Scheinbar hat die Unfähigkeit der deutschen Bildungspolitiker nun also ihren Niederschlag in den Ausdrucksfähigkeiten deutscher Spammer gefunden. Grauenvoll, nun übergießen sie uns mit Textschrott.
Was mir nun also noch fehlt, ist daher ein Stil-Filter, nachdem bereits alle technischen Möglichkeiten wie Blacklisting, Bayes-Filter, RBLs usw ausgeschöpft sind. Vielleicht sollte man ihn PISA-Filter taufen? ;-)
Technorati-Tags:
Emailspam,
Rechtschreibreform,
Klickwahrscheinlichkeit,
Sprachraum,
Pseudocleverness
Macsico - Fr, 06. Jun 2008, 16:10 - in:
Wortspielchen_und_Sprache